Abiturienten zieht es nach Mosambik
Seit drei Jahren sind Christine Sieß und Martin Kleimeier beim Ravensburger Kinder-Regenwald-Team, das Spenden für Costa Rica sammelt. Über ICJA, den Freiwilligenaustausch weltweit, haben sie sich für eine Auslandsreise angemeldet. "Eigentlich wollten wir nach Costa Rica. Dorthin hatten wir bereits E-Mail-Kontakt", sagt der 20-jährige Kleimeier. Die Reise wäre jedoch zu teuer geworden. Da beide zusammen reisen wollten, einigten sie sich auf Mosambik. "Ich wollte nach Afrika, Martin in ein spanischsprachiges Land", sagt Sieß. Mosambik, wo portugiesisch gesprochen wird, sei eine Art Zwischenlösung, mit der sich beide anfreunden konnten.
Am morgigen Mittwoch geht es vom Flughafen München los. Für zwölf Monate tauschen Sieß und Kleimeier das Bekannte in Ravensburg gegen das Unbekannte in Maputu, der Hauptstadt Mosambiks. Dort werden die beiden in Gastfamilien wohnen, Aids-Aufklärung in Schulen betreiben, mit Jugendgruppen und Straßenkindern arbeiten sowie eigene Projekte durchführen. "In den ersten beiden Wochen sind wir in einem Sprachcamp, um Portugiesisch zu lernen", sagt Sieß. Kleimeier kann sich das Jahr in Maputu als Zivildienst anrechnen lassen, als sogenannter "Anderer Dienst im Ausland".
OB Vogler unterstützt die Reise
Das Programm "Weltwärts" vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernimmt 75 Prozent der Kosten. Zudem bekommen die Abiturienten von "Weltwärts" 100 Euro Taschengeld pro Monat. Daneben müssen sie jedoch bis zu 150 Euro im Monat selbst beisteuern. "Da sind wir auf der Suche nach Sponsoren, die uns unterstützen", sagt Kleimeier. Die ersten fünf Monate werden sie von Ravensburgs Oberbürgermeister Hermann Vogler unterstützt.
Neben der Freiwilligen-Arbeit werden Sieß und Kleimeier auch Zeit zum Reisen haben. "Wir haben 24 Tage Urlaub, da wollen wir nach Südafrika, Tansania und vielleicht auch Kenia reisen", sagt Kleimeier. Nach Ravensburg werden sie nicht fliegen. "Wir haben ein Single-Visum, also einmal hin und einmal zurück", sagt er. Über Weihnachten und Silvester besuchen beide Bekannte von Sieß auf Mauritius. "Wir werden aber auch Mosambik erkunden, die Wochenenden haben wir ja frei", sagt die 19-Jährige.
Ihre Eltern standen den Reiseplänen anfangs eher skeptisch gegenüber. "Meine Mutter findet es toll, mein Vater hat Sorgen", sagt Sieß. Viele Gespräche habe sie mit ihren Eltern geführt. "Jeden dritten Tag sollte ich mich aus Maputu schon melden." Kleimeiers Eltern stehen Ängste aus, bei ihm mache sich vor allem die Mutter Sorgen, sagt er. "Meine Großeltern wollten es mir ab und zu schon ausreden", so Kleimeier. "Aber dennoch steht meine Familie hinter mir, auch wenn sie nicht begeistert ist."
"Anderes Leben kennenlernen"
Warum sie sich für ein Jahr in Mosambik beworben haben, wo vor allem die Gefahr vor Malaria groß ist, können beide ohne Zögern beantworten. "Ich will ein anderes Leben kennenlernen und das Leben in Deutschland mehr schätzen lernen", sagt Sieß. Kleimeier sieht es ähnlich: "Man lebt ein Leben, das man normalerweise nie kennenlernen würde, nebenbei lernt man auch eine neue Sprache." Bereits vor der Erfahrung in Mosambik schwärmen beide von der Betreuung durch ICJA. "Wir können das jedem empfehlen, der für ein Jahr weg will."
(Erschienen: 29.07.2008 00:06)
Seit drei Jahren sind Christine Sieß und Martin Kleimeier beim Ravensburger Kinder-Regenwald-Team, das Spenden für Costa Rica sammelt. Über ICJA, den Freiwilligenaustausch weltweit, haben sie sich für eine Auslandsreise angemeldet. "Eigentlich wollten wir nach Costa Rica. Dorthin hatten wir bereits E-Mail-Kontakt", sagt der 20-jährige Kleimeier. Die Reise wäre jedoch zu teuer geworden. Da beide zusammen reisen wollten, einigten sie sich auf Mosambik. "Ich wollte nach Afrika, Martin in ein spanischsprachiges Land", sagt Sieß. Mosambik, wo portugiesisch gesprochen wird, sei eine Art Zwischenlösung, mit der sich beide anfreunden konnten.
Am morgigen Mittwoch geht es vom Flughafen München los. Für zwölf Monate tauschen Sieß und Kleimeier das Bekannte in Ravensburg gegen das Unbekannte in Maputu, der Hauptstadt Mosambiks. Dort werden die beiden in Gastfamilien wohnen, Aids-Aufklärung in Schulen betreiben, mit Jugendgruppen und Straßenkindern arbeiten sowie eigene Projekte durchführen. "In den ersten beiden Wochen sind wir in einem Sprachcamp, um Portugiesisch zu lernen", sagt Sieß. Kleimeier kann sich das Jahr in Maputu als Zivildienst anrechnen lassen, als sogenannter "Anderer Dienst im Ausland".
OB Vogler unterstützt die Reise
Das Programm "Weltwärts" vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernimmt 75 Prozent der Kosten. Zudem bekommen die Abiturienten von "Weltwärts" 100 Euro Taschengeld pro Monat. Daneben müssen sie jedoch bis zu 150 Euro im Monat selbst beisteuern. "Da sind wir auf der Suche nach Sponsoren, die uns unterstützen", sagt Kleimeier. Die ersten fünf Monate werden sie von Ravensburgs Oberbürgermeister Hermann Vogler unterstützt.
Neben der Freiwilligen-Arbeit werden Sieß und Kleimeier auch Zeit zum Reisen haben. "Wir haben 24 Tage Urlaub, da wollen wir nach Südafrika, Tansania und vielleicht auch Kenia reisen", sagt Kleimeier. Nach Ravensburg werden sie nicht fliegen. "Wir haben ein Single-Visum, also einmal hin und einmal zurück", sagt er. Über Weihnachten und Silvester besuchen beide Bekannte von Sieß auf Mauritius. "Wir werden aber auch Mosambik erkunden, die Wochenenden haben wir ja frei", sagt die 19-Jährige.
Ihre Eltern standen den Reiseplänen anfangs eher skeptisch gegenüber. "Meine Mutter findet es toll, mein Vater hat Sorgen", sagt Sieß. Viele Gespräche habe sie mit ihren Eltern geführt. "Jeden dritten Tag sollte ich mich aus Maputu schon melden." Kleimeiers Eltern stehen Ängste aus, bei ihm mache sich vor allem die Mutter Sorgen, sagt er. "Meine Großeltern wollten es mir ab und zu schon ausreden", so Kleimeier. "Aber dennoch steht meine Familie hinter mir, auch wenn sie nicht begeistert ist."
"Anderes Leben kennenlernen"
Warum sie sich für ein Jahr in Mosambik beworben haben, wo vor allem die Gefahr vor Malaria groß ist, können beide ohne Zögern beantworten. "Ich will ein anderes Leben kennenlernen und das Leben in Deutschland mehr schätzen lernen", sagt Sieß. Kleimeier sieht es ähnlich: "Man lebt ein Leben, das man normalerweise nie kennenlernen würde, nebenbei lernt man auch eine neue Sprache." Bereits vor der Erfahrung in Mosambik schwärmen beide von der Betreuung durch ICJA. "Wir können das jedem empfehlen, der für ein Jahr weg will."
(Erschienen: 29.07.2008 00:06)
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