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Offen: Seehasen-Archivar zeigt, was er hat

Karl Hess gewährt acht SZ-Lesern Einblicke in die Geschichte des Kinder- und Heimatfestes
Das Festabzeichen 2011.
Das Festabzeichen 2011. (Foto: Tanja Poimer)

Von Tanja Poimer

Friedrichshafen „Das ist meine allerneuste Errungenschaft“, sagt Karl Hess und deutet auf eine mächtige silberne Kette und eine grün-weiße Schärpe. Natürlich gibt es einen guten Grund dafür, warum sich der 79-Jährige so darüber freut, dass die Stücke bei ihm im Seehasen-Archiv gelandet sind: Beides wurde 1958 dem Schützenkönig des ersten Jubiläumsschießens Kurt Albrecht überreicht. Eingeladen waren damals alle, die eins der jährlichen Seehasenschießen gewinnen konnten.

1963 gingen Kette und Schärpe an Johann Weisshaupt. Und dann war’s auch schon wieder vorbei mit dem Jubiläumsspektakel, das ursprünglich alle fünf Jahre über die Bühne gehen sollte.

Der Archivar erklärt: „Die Veranstaltung fand nur zweimal statt und ist danach eingeschlafen.“ Hellwach ist Karl Hess jedoch geworden, als er viel, viel später in alten Zeitungsberichten von dem silbernen Schmuckstück las.

Doch alle Nachforschungen brachten zunächst nichts, Fortuna musste eingreifen: „Vor zwei Jahren kamen auf dem Seehasenfest eine Frau und ein Mann auf mich zu und sagten, sie hätten da noch was. Also machten wir einen Termin aus.“

Die Überraschung: Der Mann war Johann Weisshaupt, und er brachte Kette und Schärpe mit. Dass der Archivar inzwischen beides dazu nutzt, die allzu kurze Geschichte des Jubiläumsschießens darzustellen, hat der zweite und letzte Schützenkönig leider nicht mehr erlebt. Er starb im vergangenen Januar.

Seine Hinterlassenschaft ist bei Karl Hess in den richtigen Händen. Und das sehen immer mehr Menschen so: „Mittlerweile hat sich rumgesprochen, dass es das Archiv gibt, und es ist erstaunlich, was sich alles noch finden lässt“, erzählt der 79-Jährige, der stellvertretender Schulleiter des Karl-Maybach-Gymnasiums war und sich seit 2000 um das Erbe des Seehasen kümmert.

Doch sein Blick geht nicht nur zurück: „Ich bin auch hinter Dingen her, die es neu gibt.“

Wie zum Beispiel das Festabzeichen 2011, das im Jahr, in dem die Stadt genau am Seehasenfest-Sonntag 200 Jahre alt wird, außergewöhnlich ist.

Gaben zuletzt einfache Holzplaketten den Eintritt zu Feuerwerk oder Festzug frei, besteht das neue Abzeichen aus Acryl und ist zweiteilig. Das Besondere: Auf der einen Fläche sind Hasenohren abgebildet, die andere zieren zwei Turmspitzen. Macht übereinander gelegt: Den Seehas und die Schlosskirche, zwei Wahrzeichen Friedrichshafens.

Wer mehr spannende Geschichten über das Lieblingsfest der Häfler hören und die passenden Reliquien dazu sehen will, ist am Freitag, 8. Juli, im Seehasen-Archiv im Haus „Spektrum“ in der Ailinger Straße in Friedrichshafen richtig.

Karl Hess zeigt acht Lesern der Schwäbischen Zeitung, was er hat. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 und dauert etwa eineinhalb Stunden.

(Erschienen: 28.06.2011 08:00)

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