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Turnhallen bleiben als Musiker-Unterkunft tabu
Von unserem Redakteur Gerd Mägerle
Mehrere Schüler-Spielmannszüge und Trommlergruppen haben in den vergangenen Jahren Schulturnhallen oder -räume in der Stadt als Übernachtungsquartier genutzt. So hatten vor allem auswärtige Mitspieler die Chance, abends länger auf dem Fest zu bleiben, in der Halle zu übernachten, ihre Instrumente dort zu deponieren und frühmorgens zum Ständchen spielen oder zum Festzug schon in der Stadt zu sein.
Das ist dieses Jahr anders. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) der Biberacher Schulleiter habe sich im Frühjahr auf die Empfehlung geeinigt, die Turnhallen nicht mehr als Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten, sagt WG-Rektor Wolfgang Schott, der die AG leitet. Man sei damit dem „großen Unbehagen“ einiger Schulleiter nachgekommen, das im Verlauf der Jahre gewachsen sei, weil sie die Aufsichtspflicht in den Hallen während des Fests nicht gewährleisten konnten. „In Einzelfällen ist es da zu nicht vertretbaren Situationen gekommen“, sagt Schott. Er spricht unter anderem von Partys größerer Art und übermäßigem Alkoholgenuss.
„Kein Recht auf Übernachtungen“
Es sei nicht ein großes Ereignis gewesen, was zur jetzigen Empfehlung geführt habe, sondern die Summe verschiedener kleinerer Vorfälle. „Es hat sich niemand so derart schlecht benommen, dass wir jetzt ein Zeichen setzen mussten“, sagt Schott, „wir hätten dieses Zeichen einfach schon früher setzen sollen.“ Es gebe schlichtweg kein Recht auf Übernachtungen in den Turnhallen, auch wenn die Praxis in den vergangenen Jahren anders gewesen sei.
Das Problem bei der Sache sei für die Rektoren die Frage von Aufsicht und Haftung. Hierzu hatte ein betreuender Lehrer zu Jahresanfang bei der Schützendirektion nachgefragt und den Stein ins Rollen gebracht, sagt Dr. Wolfgang Schätzle, bei der Schützendirektion für die Spielmannszüge zuständig.
Das Ergebnis: „Wenn ich als Schulleiter meine Turnhalle öffne, muss ich für eine Aufsicht sorgen, ansonsten hafte ich persönlich, wenn etwas passiert oder jemand zu Schaden kommt“, erklärt Schott. Dies könne er und auch andere Schulleiter nicht verantworten. „So sehr mein Herz für die Schüler schlägt“, sagt Schott. Am WG komme durch den Neubau noch die räumliche Situation hinzu. „Wir müssten nach Umbau einen ganzen Gebäudetrakt offen lassen.“
Klaus Bott, Vorsitzender der Schützendirektion und Schulleiter der Birkendorf-Grundschule, die bislang auch Platz zur Verfügung gestellt hat, betont: „Es handelt sich hier um eine Empfehlung, die es keinem Schulleiter verbietet, seine Schule oder Turnhalle zu öffnen, um den eigenen Spielmannszug dort zu beherbergen, wenn er dies verantwortet.“ Auch ein Verbot der Schützendirektion, dies zu tun, gebe es nicht: „Dazu sind wir gar nicht befugt.“ Er werde an seiner Schule aber keine Gruppen anderer Schulen mehr beherbergen, sagt Bott. Diesem Vorgehen schließt sich auch Werner Krug, Rektor der Pflugschule, an.
Stadt sagt nein
„Anders gelagert wäre der Fall, wenn es von der Stadt als Schulträger gewünscht würde, die Gruppen unterzubringen, und eine Aufsicht oder Security gestellt wird“, meint Schott und verweist auf eine ähnliche Vorgehensweise beim Handball-Osterturnier. „Das können und wollen wir nicht leisten“, antwortet Hubert Romer, bei der Stadt für die Sporthallenbelegung zuständig, auf Anfrage der SZ.
(Erschienen: 13.07.2010 18:35)
Von unserem Redakteur Gerd Mägerle
Mehrere Schüler-Spielmannszüge und Trommlergruppen haben in den vergangenen Jahren Schulturnhallen oder -räume in der Stadt als Übernachtungsquartier genutzt. So hatten vor allem auswärtige Mitspieler die Chance, abends länger auf dem Fest zu bleiben, in der Halle zu übernachten, ihre Instrumente dort zu deponieren und frühmorgens zum Ständchen spielen oder zum Festzug schon in der Stadt zu sein.
Das ist dieses Jahr anders. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) der Biberacher Schulleiter habe sich im Frühjahr auf die Empfehlung geeinigt, die Turnhallen nicht mehr als Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten, sagt WG-Rektor Wolfgang Schott, der die AG leitet. Man sei damit dem „großen Unbehagen“ einiger Schulleiter nachgekommen, das im Verlauf der Jahre gewachsen sei, weil sie die Aufsichtspflicht in den Hallen während des Fests nicht gewährleisten konnten. „In Einzelfällen ist es da zu nicht vertretbaren Situationen gekommen“, sagt Schott. Er spricht unter anderem von Partys größerer Art und übermäßigem Alkoholgenuss.
„Kein Recht auf Übernachtungen“
Es sei nicht ein großes Ereignis gewesen, was zur jetzigen Empfehlung geführt habe, sondern die Summe verschiedener kleinerer Vorfälle. „Es hat sich niemand so derart schlecht benommen, dass wir jetzt ein Zeichen setzen mussten“, sagt Schott, „wir hätten dieses Zeichen einfach schon früher setzen sollen.“ Es gebe schlichtweg kein Recht auf Übernachtungen in den Turnhallen, auch wenn die Praxis in den vergangenen Jahren anders gewesen sei.
Das Problem bei der Sache sei für die Rektoren die Frage von Aufsicht und Haftung. Hierzu hatte ein betreuender Lehrer zu Jahresanfang bei der Schützendirektion nachgefragt und den Stein ins Rollen gebracht, sagt Dr. Wolfgang Schätzle, bei der Schützendirektion für die Spielmannszüge zuständig.
Das Ergebnis: „Wenn ich als Schulleiter meine Turnhalle öffne, muss ich für eine Aufsicht sorgen, ansonsten hafte ich persönlich, wenn etwas passiert oder jemand zu Schaden kommt“, erklärt Schott. Dies könne er und auch andere Schulleiter nicht verantworten. „So sehr mein Herz für die Schüler schlägt“, sagt Schott. Am WG komme durch den Neubau noch die räumliche Situation hinzu. „Wir müssten nach Umbau einen ganzen Gebäudetrakt offen lassen.“
Klaus Bott, Vorsitzender der Schützendirektion und Schulleiter der Birkendorf-Grundschule, die bislang auch Platz zur Verfügung gestellt hat, betont: „Es handelt sich hier um eine Empfehlung, die es keinem Schulleiter verbietet, seine Schule oder Turnhalle zu öffnen, um den eigenen Spielmannszug dort zu beherbergen, wenn er dies verantwortet.“ Auch ein Verbot der Schützendirektion, dies zu tun, gebe es nicht: „Dazu sind wir gar nicht befugt.“ Er werde an seiner Schule aber keine Gruppen anderer Schulen mehr beherbergen, sagt Bott. Diesem Vorgehen schließt sich auch Werner Krug, Rektor der Pflugschule, an.
Stadt sagt nein
„Anders gelagert wäre der Fall, wenn es von der Stadt als Schulträger gewünscht würde, die Gruppen unterzubringen, und eine Aufsicht oder Security gestellt wird“, meint Schott und verweist auf eine ähnliche Vorgehensweise beim Handball-Osterturnier. „Das können und wollen wir nicht leisten“, antwortet Hubert Romer, bei der Stadt für die Sporthallenbelegung zuständig, auf Anfrage der SZ.
(Erschienen: 13.07.2010 18:35)






























