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Der Regen tut der Freude keinen Abbruch

Der Regen tut der Freude keinen Abbruch
Der Regen tut der Freude keinen Abbruch

BIBERACH / sz Es hat geregnet beim Jahrgängerzug, und zwar richtig heftig. Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren, wenn man der Schützendirektion glauben darf. Die Jahrgänger, Musikgruppen und die Besuchermassen störte das nicht. Sie versprühten pure Lebensfreude.

Von unserem Redakteur   Gerd Mägerle

Als sich die Jahrgänger kurz vor 17 Uhr zum gemeinsamen Gottesdienst in die Stadtpfarrkirche begaben, schien es noch so als sollte das Wetter mitspielen. Die Pfarrer Heinzelmann, Scheffold und Baumgärtner zelebrierten die Feier, die der Frauenchor FIS unter der Leitung von Monika Lessmeister umrahmte. Kantor Ralf Klotz spielte zwei beschwingte Orgelstücke, ehe zum Schluss des Gottesdienstes das Schützenlied gesungen wurde – ein ergreifender Moment.

Ergriffen davon schien auch der Wettergott, der seinen Freudentränen in Form von strömendem Regen freien Lauf ließ. „Findet der Festzug überhaupt statt?“, fragte sich so mancher Zuschauer, der an den Straßen der Innenstadt stand, galt es doch die vielen Jahrgänger-Geschenke an den Mann und die Frau zu bringen. „Es wird gestartet“, entschieden die beiden Festzugleiter Rolf Schmid und Guido Mebold. Um die Jahrgänger aber nicht gänzlich dem schlechten Wetter zu überlassen, verteilten OB Thomas Fettback, Klaus Bott, Wolfgang Ocker und Rolf Schmid noch in der Kirche rund 1000 Regencapes.

So kamen die Zuschauer, die zu Tausenden an der Zugstrecke standen, doch noch in den Genuss, „ihre“ Jahrgänger feiern zu dürfen. Vorneweg die 50er, die zeigten, dass man in einem halben Jahrhundert viel Lebenserfahrung sammeln kann, man aber noch keineswegs zu den Senioren gehört.

Bad in der Menge entschädigt

Stolz und unter viel Beifall nahmen die 90er, 85er, 80er und 75er die Festzugstrecke in Angriff. Auch wenn manch einem die Schritte nicht mehr so leicht fielen und das Wetter unangenehm war, wollte sich doch keiner diesen Festtag und das Bad in der Menge entgehen lassen. Entschädigt wurden sie durch viele Umarmungen und kleine Geschenke.

Und wie immer erfuhren auch die Zuschauer einiges über die Jahrgänger, die an ihnen vorüberzogen. Viele hatten kleine Wägelchen gebastelt oder geschenkt bekommen, auf denen ihre Hobbies oder Eigenschaften dargestellt waren. „Oma ist für uns alle da“ konnte man da bei den 70ern lesen, bei den 65ern war man mit dem Laptop unterwegs. „60 ond no lang koi alte Schachtel“, verkündete eine Teilnehmerin auf ihrem Schild.

Kreativ auch wieder die 40er, die die größte Gruppe im Festzug stellten. „Der Reisebiber“, „Die Nordic-Walking-Queen vom Bodensee“ oder „Die letzten Helden“ sah man da. Sie alle wurden vom Publikum lautstark bejubelt. Und am Ende hatte sogar Petrus ganz kurz ein Einsehen: „Jetzt, wo es aufhört zu regnen, krieg‘ ich nen Schirm geschenkt“, meinte einer der 40er ironisch. Ein Lob gebührt auch den Musikkapellen, Trommlern und Spielmannszügen, die, teilweise völlig durchnässt, tapfer weiterspielten und den Festzug zu einem Erlebnis machten.

(Erschienen: 18.07.2010 16:30)

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