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„PG-Mädelz“ sind seit 40 Jahren dabei

Der PG-Spielmannszug mit Tambourmajorin Ramona Reith bei seinem Auftritt in Laupheim.
Der PG-Spielmannszug mit Tambourmajorin Ramona Reith bei seinem Auftritt in Laupheim.

BIBERACH / sz Ein Schützenfest ohne den PG-Spielmannszug? Mittlerweile undenkbar. Seit 40 Jahren sind die „PG-Mädelz“, wie sie sich selbst nennen, mit ihren Trommeln und Pfeifen fester Bestandteil bei den Festzügen und Ständchen.

Von unserem Redakteur Gerd Mägerle 

1970 regte der damalige PG-Schulleiter und Ehrenvorsitzende der Schützendirektion Fritz Thierer an, für das PG eine Musikgruppe ins Leben zu rufen. Weil die Schule zu dieser Zeit noch eine reine Mädchenschule war, bestand der PG-Spielmannszug, im Gegensatz zu anderen Spielmannszügen in der Stadt, natürlich aus Mädchen. „Das war die erste Mädchen-Musikgruppe, die an Schützen mitlief“, sagt Lehrerin Sandra Haag, die die „Mädelz“ seit 2002 betreut und als gebürtige Biberacherin ebenfalls eine PG-Spielmannszugkarriere hinter sich hat.

Am 30. Juni 1970 waren es zunächst zwölf Trommlerinnen der siebten Klassen, die - angeführt von Tambourmajorin Anette Schiffner - die Tradition des PG-Spielmannszugs begründeten. Gekleidet waren sie in eine Fantasieuniform, die eine Mischung aus rheinischem Gardekostüm und friderizianischer Soldatenuniform darstellte. Die Entwürfe dazu stammten von Elsbeth Berg.

Im Unterschied zu heute trugen die Mädchen damals zur Uniform weiße Strumpfhosen und schwarze Schnürstiefel. So ganz schien das den Schülerinnen nicht zu gefallen, so dass sie 1971 in weißen Stiefeln und Perlonstrümpfen auftraten. In Kombination mit dem grauen, kurzen Rock besteht das Kostüm bis heute.

1973 kamen zu den zwölf Trommlerinnen, zwölf Pfeiferinnen hinzu, so dass der Name Spielmannszug ab dieser Zeit gerechtfertigt war. Um einen ausgewogeneren Klang zu erhalten sind es seit 2007 nur noch acht Trommlerinnen, dafür 16 Pfeiferinnen.

Groß ist jedes Jahr die Zahl der Mädchen der Klassen acht bis zehn, die einen der begehrten 24 Plätze bei den „PG-Mädelz“ haben wollen, wie die beiden diesjährigen Tambourmajorinnen Marina Blättchen und Ramona Reith bestätigen.  Von Dezember an laufen die Proben: Sieben Pfeifen- und fünf Trommlermärsche sowie weitere Ständchenstücke müssen auswendig beherrscht werden.

Beim „Auspfeifen“ und „Austrommeln“ im April entscheidet sich, welche Mädchen im Spielmannszug dabei sind. Sie absolvieren dann zweimal wöchentlich bis zum Schützenfest Marschproben auf dem Liebherr-Parkplatz. Die erste Feuertaufe haben sie beim Laupheimer Heimatfestumzug bereits glänzend gemeistert.

Die kommenden Festtage bedeuten für die „Mädelz“ bei aller Freude auch einen ordentlichen Terminstress. Neben den Umzügen sind im Jubiläumsjahr rund 50 Ständchen zu spielen und von den Tambourmajorinnen zu planen.

Und wie immer dürfen die Festbesucher gespannt sein, in welchem eigens gestalteten Kostüm die „PG-Mädelz“ beim Bunten Zug am Montag auftreten; seit 1979 ist das so. „Fertig ist das Kostüm schon, aber verraten tun wir natürlich nichts“, sagen Marina Blättchen und Ramona Reith.

(Erschienen: 14.07.2010 18:55)

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