Nachrichten
Dieser Humor geht nie unter
Von unserer Mitarbeiterin Lydia Schäfer
Böse, böse, böse. So sind sie, die Jungs der Titanic Redaktion, zu deren Redaktionsalltag die Themenauswahl ebenso dazu gehört, wie die Auseinadersetzung mit Juristen und Staatsanwälten. Einmal noch haben sich Oliver Maria Schmitt und Thomas Gsell, beide ehemalige Chefredakteure des endgültigsten und verbotesten Satiremagazins aufgemacht, um im „Feriendorf in der Nähe von Tettnang“ Auszüge aus 30 Jahren Titanic an den Mann, die Frau und an den Mecklenburg-Vopommer/die Mecklenburg-Vorpommerin zu bringen, aber nur falls sich jemand aus dem nord-östlichen Bundesland in die Schweizer Anrainerstadt verirrt haben sollte. Lokalkolorit ist ebenso ins Programm geflossen, wie Themen und Titel der Titanic, die sich mit dem großen Ganzen, also der Politik, der Gesellschaft und der Religion, befassen. Oliver Maria Schmitt überzeugt als Moderator und Szenereporter, der mit verbal-bissiger Zunge einen Röntgenblick auf die Maggi-Gesellschaft, samt seiner Brühwürfelbarone wirft und Tim Mälzer im Handumdrehen als Glutamat betriebenen Androiden entlarvt, während sich Thomas Gsell als Berufsberater einen Namen gemacht hat. Köstlich seine Reime über einzelne Berufsfelder, „spannungsgeladen“ die Beschreibung des Pilotenalltags und „bedauernswert“ der Zahnarzt-Alltag.
Mit spitzer Feder und im Versmaß beschreibt Autor Gsell die schönsten Städte Deutschlands (in numerischer Reihenfolge von eins nach drei: Kassel, Dresden, Paderborn), die Arbeitsmarktsituation in Ost und West, gibt als Vater Antworten auf die Fragen des täglichen Lebens und berichtet über eine unvergessliche Lyriknacht in Rostock an der Ostseeküste. Die besten Geschichten schreibt das Leben und der Aufforderung als Jurymitglied mitzuarbeiten, konnte Gsell seiner Eitelkeit oder seiner Dummheit verdankend nicht widerstehen. Gedichte über Lehm und Maurerkellen waren der Lohn und man hatte den Eindruck, dass es sich eher um eine Anfrage an die Handwerkerinnung handelte, sich lyrisch mit ihrem Arbeitsmaterial auseinander zu setzen. Das hatte er nun davon und das Häfler Publikum war ihm dankbar dafür. Das Titelbild der Titanic, das aktuell für Auseinadersetzungen mit Juristen sorgt, ein knieender Priester vor einem Jesus am Holzkreuz, bildete den Abschluss des Abends und auf die Frage eines Zuschauers, der in die Runde warf: „Mein Gott, machen die denn vor garnichts Halt?“, bleibt nach inhaltsschweren Diskussionen innerhalb unserer Redaktion und unter zu Hilfenahme von Freunden, Bekannten und Verwandten nur zu antworten: „Nö“.
(Erschienen: 08.08.2010 19:50)
Von unserer Mitarbeiterin Lydia Schäfer
Böse, böse, böse. So sind sie, die Jungs der Titanic Redaktion, zu deren Redaktionsalltag die Themenauswahl ebenso dazu gehört, wie die Auseinadersetzung mit Juristen und Staatsanwälten. Einmal noch haben sich Oliver Maria Schmitt und Thomas Gsell, beide ehemalige Chefredakteure des endgültigsten und verbotesten Satiremagazins aufgemacht, um im „Feriendorf in der Nähe von Tettnang“ Auszüge aus 30 Jahren Titanic an den Mann, die Frau und an den Mecklenburg-Vopommer/die Mecklenburg-Vorpommerin zu bringen, aber nur falls sich jemand aus dem nord-östlichen Bundesland in die Schweizer Anrainerstadt verirrt haben sollte. Lokalkolorit ist ebenso ins Programm geflossen, wie Themen und Titel der Titanic, die sich mit dem großen Ganzen, also der Politik, der Gesellschaft und der Religion, befassen. Oliver Maria Schmitt überzeugt als Moderator und Szenereporter, der mit verbal-bissiger Zunge einen Röntgenblick auf die Maggi-Gesellschaft, samt seiner Brühwürfelbarone wirft und Tim Mälzer im Handumdrehen als Glutamat betriebenen Androiden entlarvt, während sich Thomas Gsell als Berufsberater einen Namen gemacht hat. Köstlich seine Reime über einzelne Berufsfelder, „spannungsgeladen“ die Beschreibung des Pilotenalltags und „bedauernswert“ der Zahnarzt-Alltag.
Mit spitzer Feder und im Versmaß beschreibt Autor Gsell die schönsten Städte Deutschlands (in numerischer Reihenfolge von eins nach drei: Kassel, Dresden, Paderborn), die Arbeitsmarktsituation in Ost und West, gibt als Vater Antworten auf die Fragen des täglichen Lebens und berichtet über eine unvergessliche Lyriknacht in Rostock an der Ostseeküste. Die besten Geschichten schreibt das Leben und der Aufforderung als Jurymitglied mitzuarbeiten, konnte Gsell seiner Eitelkeit oder seiner Dummheit verdankend nicht widerstehen. Gedichte über Lehm und Maurerkellen waren der Lohn und man hatte den Eindruck, dass es sich eher um eine Anfrage an die Handwerkerinnung handelte, sich lyrisch mit ihrem Arbeitsmaterial auseinander zu setzen. Das hatte er nun davon und das Häfler Publikum war ihm dankbar dafür. Das Titelbild der Titanic, das aktuell für Auseinadersetzungen mit Juristen sorgt, ein knieender Priester vor einem Jesus am Holzkreuz, bildete den Abschluss des Abends und auf die Frage eines Zuschauers, der in die Runde warf: „Mein Gott, machen die denn vor garnichts Halt?“, bleibt nach inhaltsschweren Diskussionen innerhalb unserer Redaktion und unter zu Hilfenahme von Freunden, Bekannten und Verwandten nur zu antworten: „Nö“.
(Erschienen: 08.08.2010 19:50)




























