Handelsriesen starten 2005 mit Rabattaktionen
Sie warben mit kräftigen Preisnachlässen für einen kurzen Zeitraum. Am ersten Verkaufstag 2005 lösten sie mit massiver Werbung vielerorts einen Kundenansturm aus. Verbraucherschützer warnten davor, dass kleine Geschäfte bei solchen Aktionen der Großen nicht mithalten könnten. Die Rabatte sind nach Expertenmeinung aber in der Höhe und der Dauer nicht mit der Rabattschlacht von 2003 vergleichbar, als sich zahlreiche Unternehmen einen ruinösen Schlagabtausch lieferten.
«Wir erwarten nicht, dass sich das endlos fortsetzen wird», sagte der Sprecher des Branchenverbandes HDE, Hubertus Pellengahr. An den ersten Verkaufstagen des neuen Jahres wollten die Unternehmen von den Nachwirkungen des Weihnachtsgeschäftes profitieren. In dieser Woche sorgten Gutscheine und Geldgeschenke noch für Belebung.
Von nächster Woche an dürfte sich das Geschäft deutlich beruhigen. Der Höhepunkt der Januar-Rabatte wird im Winterschlussverkauf, der in diesem Jahr am 24. Januar beginnt, erwartet. «Es werden noch mehr Geschäfte mitmachen als im Sommerschlussverkauf», betonte Pellengahr. Auch für die Verbraucher sei es gut, wenn die Gemeinschaftsaktion des Einzelhandels nach dem Wegfall des Rabattgesetzes erhalten bleibe.
Bis zum Winterschlussverkauf brauchen die Schnäppchenjäger aber nicht zu warten. Handelsunternehmen reduzieren in den umsatzschwachen Januartagen bereits einzelne Artikel oder Teile des Sortiments. Die METRO-Warenhaustochter Kaufhof wirbt derzeit mit Jubiläums-Prozenten auf bestimmte Artikel. Der Konkurrent Karstadt setzte den Rotstift in einer aktuellen Zeitungsbeilage kräftig bei einigen Haushaltswaren an.
Der Verbraucherzentrale-Bundesverband kündigte an, er wolle eine eventuelle «irreführende Preiswerbung» prüfen. Zur Aktion bei MediaMarkt lägen einige Beschwerden von Verbrauchern vor, die nun angebotene Produkte vor einigen Tagen zu deutlich günstigeren Preisen gesehen hätten, sagte ein Verbandssprecher. Wer ähnliche Eindrücke gesammelt habe, solle es der örtlichen Verbraucherzentrale mitteilen.
C&A hat nach eigenen Angaben schon sämtliche Winterbekleidung um bis zu 50 Prozent reduziert. «Viele Kunden gehen bereits vor dem Schlussverkauf auf Schnäppchenjagd», sagte ein Handelsexperte. Der Druck auf den Preisen bleibe bestehen. Der HDE hofft, dass sich der Branchenumsatz nun 2005 auf dem Vorjahresniveau stabilisieren wird.
MediaMarkt und Saturn sind in Deutschlands größtem Handelskonzern METRO ein Wachstumsmotor. Mit der Werbung «Ich bin doch nicht blöd» und «Geiz ist geil» gewannen die Elektronikketten in den vergangenen Jahren Marktanteile hinzu. Zur Fußball-EM verkaufte MediaMarkt 2004 bei einer Werbeaktion an nur einem Tag 38 000 Fernseher. Auch die Aktion vom Montag, bei der MediaMarkt einen Preisnachlass in Höhe der Mehrwertsteuer von 16 Prozent gewährte, ließ die Kassen kräftig klingeln.
«Es ist rappelvoll», schilderte ein Mitarbeiter in Berlin-Neukölln. In Karlsruhe gab es Staus. In Mecklenburg-Vorpommern lockte MediaMarkt am Montag mehr Käufer als an den Adventsamstagen an. Neben Computern und Fotoapparaten wurden auch viele Waschmaschinen gekauft.
(Erschienen: 03.01.2005 15:54)



