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Experte fordert getrennten Unterricht für Jungen und Mädchen

(MÜNCHEN/dpa/lby) Ausreichend seien die ersten vier Schuljahre. „Wobei es natürlich besser ist, den getrennten Unterricht bis zum Schulabschluss durchzuführen.“

Sax zufolge sind Jungen zum Zeitpunkt der Einschulung kognitiv und körperlich noch weniger entwickelt als Mädchen. Daher bräuchten sie mehr Bewegungsangebote und kürzere Konzentrationszeiten. „Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, führt dies zu Misserfolgen. Die Jungen haben dann keine Lust mehr, zur Schule zu gehen und sich dort zu engagieren“, sagte der Wissenschaftler. Um dem entgegenzuwirken und sich auf die Jungen besser einstellen zu können, müssten die Lehrer speziell ausgebildet werden. „Ob die Lehrer weiblich oder männlich sind, spielt dabei überhaupt keine Rolle“, betonte Sax. Zudem bräuchten Jungen andere Schulbücher, in denen andere Aufgabenstellungen und ander e Rollenbilder vermittelt werden.

Studien zufolge entwickeln sich Jungen zunehmend zu den Verlierern im Bildungssystem und in der Gesellschaft. Nach einer Erhebung des Bundesbildungsministeriums aus dem Jahr 2008 sind rund 64 Prozent aller Hauptschüler ohne Abschluss Jungen. Umgekehrt ist der Anteil junger Männer, die die allgemeine Hochschulreife erreichen, von 63,5 Prozent im Jahr 1967 auf nunmehr 44,2 Prozent gefallen.

Auch Video- und Computerspiele führen laut Sax dazu, dass sich Jungen nicht so entwickeln, wie es ihrem Potenzial entspricht. „Studien zeigen, dass diese Spiele dazu beitragen, dass Jungen sich in ihrer eigenen Welt verlieren. In diese Welt erfüllen sie sich die Bedürfnisse, die ihnen im Alltag immer weniger möglich sind: Macht zu spüren, der Beste zu sein, ohne Frustration zu erleben.“ Der Verlust eines positiven Rollenmodells ist laut Sax ein weiterer Grund dafür, warum Jungen ins Abseits geraten und immer weniger motiviert sind, sich in der Gesellschaft einzubringen. „Die Kinder orientieren sich zunächst an den Erwachsenen ihrer Umgebung. Wenn ihnen keine geeigneten Rollenvorbilder zur Verfügung stehen, schaffen sie sich ihre eigenen, notfalls aus den Medien“, betonte er.

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Sollten diese Probleme nicht gelöst werden, sieht es nach den Worten des Wissenschaftlers für die Gesellschaft düster aus. „Eskimo- Stämme und andere Naturvölker werden aussterben, weil sich die Frauen ihre Partner in anderen Gesellschaften suchen werden“, sagte Sax voraus. „Schließlich will keine einen Verlierer als Mann haben. Und grundsätzlich wird die Zahl der Single-Frauen steigen.“

(Erschienen: 25.04.2009 11:20)


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