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„Killerspiel“-Event in Karlsruhe unter Druck der CDU geplatzt

(KARLSRUHE/lsw) Die Kölner kamen einer Entscheidung des Karlsruher Gemeinderats zuvor. Dieser hatte auf Drängen der CDU geplant, eine Absage der sogenannten Intel Friday Night Games - einer Art Bundesliga für Computerspiele - in einer Sondersitzung zu erzwingen. „Die Veranstaltung ist vom Tisch, das Thema aber bleibt“, sagte Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU). Er hatte sich vehement gegen ein Verbot gewehrt und vertragsrechtliche Gründe angeführt.

Gestritten wurde vor allem über die Frage, ob eine Stadt wenige Monate nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen einem solchen Computer-Event ein Forum bieten soll. „Killerspiele“ fanden sich auch auf dem PC des Amokläufers. Stuttgart und Nürnberg hatten die Spiele als ursprünglich gewählte Gastgeber deshalb abgesagt. Daraufhin war das Unternehmen Turtle Entertainment als Veranstalter nach Karlsruhe ausgewichen.

Fenrich stand vor allem unter dem Druck der eigenen Partei. Veranstaltungen wie die Intel Friday Night Games und umstrittene Computerspiele seien „ein Faktum unserer Jugendkultur“, sagte er nach der Absage. „Es gibt sie und sie werden von ganz vielen jungen Menschen genutzt.“ Wolle man Einfluss auf das Spielverhalten der Kinder und Jugendlichen nehmen, dürfe man weder verdrängen noch pauschalisieren.

Turtle Entertainment machte vor allem den laufenden Kommunalwahlkampf in Karlsruhe für den Streit im Gemeinderat verantwortlich. „Es kam dadurch eine Diskussion auf, die zum Selbstläufer wurde“, sagte Unternehmenssprecher Christian Brand. Jedem Gespräch über den Umgang mit Computerspielen und neuen Medien werde die Grundlage entzogen, „wenn von demokratischen Parteien öffentlich die Kündigung rechtsgültiger Verträge angeregt wird“, hieß es zudem in einer Mitteilung des Unternehmens.

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Dagegen sagte Karlsruhes CDU-Kreisvorsitzender Ingo Wellenreuther: „Eine Veranstaltung, bei der „Killerspiele“ den Schwerpunkt bilden, hat in einer städtischen Halle nichts zu suchen. Nach Angaben der CDU wird sich die Partei weiter für ein gesetzliches Verbot von Killerspielen und Veranstaltungen einsetzen, bei denen solche Spiele angeboten werden.

Turtle Entertainment organisiert die Computer-Events nach eigenen Angaben seit sieben Jahren problemlos. Absagen habe es bis zu diesem Frühjahr nie gegeben. Bereits an diesem Freitag (29. Mai) gebe es den nächsten Spieltag in Hannover, Mitte Juni seien die Finalspiele in Köln geplant.

(Erschienen: 26.05.2009 12:00)


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