Folkwang-Museum erinnert an Kunst-Verluste
Erstmals nach über 70 Jahren werden vom 20. März bis zum 25. Juli in der Schau «Das schönste Museum der Welt» rund 30 Meisterwerke moderner Malerei wieder in Essen zu sehen sein - als Leihgaben aus aller Welt. Nie zuvor habe sich ein Museum so umfangreich mit diesem dunklen Kapitel seiner Vergangenheit beschäftigt, sagte Museumsdirektor Hartwig Fischer.
Insgesamt 1400 Kunstwerke hatten die NS-Machthaber 1937 aus dem Museum Folkwang «legal konfisziert und legal verkauft», sagte Fischer. Rund 400 Exponate, darunter etwa 60 Spitzengemälde, sollen den früheren Glanz der traditionsreichen Sammlung deutlich machen. Seit ihrer Gründung 1902 durch den Hagener Sammler Karl Ernst Osthaus gilt sie als erstes Museum der Moderne in Deutschland.
Nur ein geringer Teil der durch die NS-Beschlagnahme etwa in die Schweiz oder USA gelangten Bilder von Kirchner und Chagall, Marc oder Cézanne habe nach dem Krieg zurückgekauft werden können, sagte Fischer. Zu den in Essen erwarteten herausragenden Leihgaben gehören eine «Improvisation» (1912) von Wassily Kandinsky aus dem New Yorker Guggenheim-Museum, Marc Chagalls jüdisches Festtags-Motiv «Purim» aus dem Kunstmuseum von Philadelphia oder Franz Marcs expressionistisches Meisterwerk «Weidende Pferde» von 1911 aus dem amerikanischen Busch-Reisinger-Museum in Harvard.
(Erschienen: 09.03.2010 17:20)









