«Italian Concertos» von Alison Balsom
Der wahre Ursprung der klassischen Trompete mag zwar in dieser Zeit wurzeln, doch sind Werke für Balsoms Solo-Instrument rar gesät. Für die Einspielung der italienischen Konzerte hat sie deshalb Kompositionen aufpoliert und für Trompete transkribiert, die eigentlich für andere Instrumente gedacht waren. Auch das begleitende Scottish Ensemble wird von ihr selbst geleitet.
Und im Überwinden von Vorurteilen ist die 1978 geborene Virtuosin erprobt. Drang sie doch als Trompetensolistin in eine klassische Männerdomäne ein. Weltweit ist sie eine der wenigen Musikerinnen, die das geschafft haben - und Balsom ist die Beste. Schon das Conservatoire de Paris beendete sie 2001 mit der höchsten Auszeichnung. Sie wurde mit Echo und Brit Award geehrt und wird als «Paganina der Trompete» gefeiert, weil sie mit einer Caprice des Teufelsgeigers brillierte - unglaublich, bedenkt man die Möglichkeiten des Blasinstruments.
Auf dem aktuellen Album wird die Engländerin den hohen Ansprüchen erneut gerecht. Ihr technisch ausgefeiltes Spiel lässt die Kompositionen von Vivaldi, Albinoni, Tartini, Marcello und Cimarosa neu erstrahlen. Die Aufführungspraxis ist historisch nicht korrekt - egal - Alison Balsom geht es um die Essenz.
Mit dem strahlenden Klang ihrer Trompete gelangt sie in höhere Sphären, fast schon zu perfekt. Die Solistin herrscht über einen göttlichen Klang, und gerät dabei nicht ins Schmettern. Charakteristisch ist ihre weiche Linienführung. Das ist ein Ohrenschmaus und ein Vorbild für die nacheifernde Generation.
(Erschienen: 09.03.2010 16:20)









