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Ulm

Spur deutet auf Augsburgerin hin

(REGION/kr) Ob es sich bei der toten Frau aus dem Häuserhofsee bei Gerlenhofen tatsächlich um eine seit 1984 spurlos verschwundene Augsburgerin handelt, ist nach Angaben der Neu-Ulmer Kripo derzeit noch unklar. Diese wartet darauf, dass die Münchner Rechtsmedizin aus den im See gefundenen Skelett DNA-Material extrahiert.

Diese Erbgut-Informationen werden dann mit der DNA der verschollenen Frau abgeglichen, so der Leiter des Kommissariats 1, Ulrich Feistle. Sollte sich herausstellen, dass die DNA übereinstimmen, wäre der Fall gelöst - zumindest was die Identität des Skeletts angeht. Feistle wollte aber gestern nicht von einer heißen Spur reden. "Es ist eine Spur."

Aufgrund von Beschreibungen der Verschollenen, die Feistle von seinen Augsburger Kollegen erhalten hat, ist es aber nicht sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dem Häuserhof-Knochenfund um die Überreste der Augsburgerin handelt. Allerdings sei das Gutachten, das seit einigen Wochen vorliegt, nicht so genau, als dass es sich nicht doch um die Vermisste handeln könnte

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Sollte sich herausstellen, dass es sich bei der 1984 verschwundenen Augsburgerin um die Tote vom See handelt, würde das automatisch weitere Ermittlungen nach sich ziehen. Unter anderem muss geklärt werden, auf welche Art und Weise die Unbekannte ums Leben kam. Wie berichtet, stand der Ehemann der Augsburgerin mehrfach im Verdacht, etwas mit dem Verschwinden seiner damals 45 Jahre alten Partnerin zu tun zu haben.

Neben dem Bemühen der Rechtsmediziner, die DNA der Knochen zu bestimmen, ermitteln Feistle und Kollegen aber weiterhin sozusagen mit der Hand. Nach wie vor durchforsten sie Vermissten-Dateien auf Frauen, auf die die Beschreibung im rechtsmedizinischen Gutachten passen könnte. Laut Untersuchung war die Tote, die von Fischern im Juli entdeckt worden war, etwa 1,60 Meter groß. Zum Zeitpunkt ihres Todes war die Frau etwa 40 Jahre oder etwas älter. Die Münchner Pathologen fanden zudem heraus, dass die Unbekannte unter einer Beckenschiefstellung und einer Wirbelsäulenverkrümmung litt. Daraus folgern sie, dass sie möglicherweise kleiner wirkte, als sie tatsächlich war und darüber hinaus hinkte. Aufgrund der Beschaffenheit des Unterkiefers wird davon ausgegangen, dass die Frau eine Zahnprothese hatte.

Zähe Ermittlungen

"Etwas zäh" gestalten sich laut Feistle die Ermittlungen in Sachen Renaturierung des Sees Anfang der 80er Jahre. Bislang habe sich noch niemand bei der Kripo gemeldet, der damals bei den Arbeiten dabei war. Auch zu den Fetzen einer bei dem Skelett gefundenen "Mitropa"-Plastiktüte seien bislang keine Hinweise eingegangen, bedauert der Beamte. Wann das in den Knochen gefundene Erbgut entschlüsselt ist, kann Feistle derzeit nicht sagen. Nur so viel: "Das kann dauern. Die Rechtsmediziner haben auch jede Menge Arbeit."

(Erschienen: 25.09.2007 00:07)


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