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Biberach

Sorge um das Informationsrecht

(BIBERACH/hb)

BIBERACH (hb) - Oberbürgermeister Thomas Fettback sorgt sich wegen der Personalentscheidungen bei der SZ-Biberach weiter um das Informationsrecht der Bürger. Der OB war prominentester Redner einer Demonstration am Samstag auf dem Holzmarkt.

An der 50-minütigen Protestveranstaltung, zu der die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Deutsche Journalisten Verband (DJV) aufgerufen hatten, nahmen etwa 200 Menschen teil. Redner waren neben dem OB unter anderen Reinhold Gumz (ver.di), Andrea Sülzle (Grüne, Gemeinderätin in Biberach), Jörg Tisken (DJV) und ein Vertreter der IG-Metall aus Ulm.

Er fühle sich genauso wie das (schlechte) Wetter, sagte Fettback. Er zeigte sich "immer noch erschüttert" und wiederholte seinen Vorwurf, dass es "politische Einflussnahme gegeben hat". An der Spekulation, ob Landrat Peter Schneider Einfluss genommen habe, wollte sich der OB nicht beteiligen. Den beiden Re-dakteuren bescheinigte er einen sachlichen und fairen Journalismus. Fettback äußerte die Sorge, dass "ein unbefangener Journalismus auf unabsehbare Zeit nicht gewährleistet ist" und hoffte, "dass die Welle der Empörung anhält, zum Wohl der Stadt und der freien Information".

Gumz sagte, wenn die Verleger den Auftrag der Verfassung, für eine freie und unabhängige Presse einzutreten, nicht erfüllten, dann sollten sie ihre Lizenzen wieder zurückgeben. Wörtlich: "Wir kämpfen dafür, dass Journalisten und Mitarbeiter wieder eingesetzt werden."

Sülzle sprach für die "Aktion Bündnis Pressefreiheit", in der nach ihren Angaben unter anderen GEW, IG Metall, ASF, ver.di und KAB vertreten sind. Sie kündigte ein gemeinsames Vorgehen an, nannte die Personalentscheidungen "menschenunwürdig" und sagte, es sei "allerhöchste Zeit", dass die SZ-Biberach Konkurrenz bekomme.

Auch Tisken bemühte das Wetter und sah "Eiseskälte in Biberach und der ganzen Medienlandschaft". Re-dakteure "Knall auf Fall den Schreibtisch räumen zu lassen", sei "unmenschlich" und "zynisch". Flankiert wurde der Protest durch einen Informationsstand auf dem Wochenmarkt, der unter anderen von SPD, Grünen und IG Metall unterstützt wurde.

(Erschienen: 24.03.2002 22:35)


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