Sechs Künstler erhalten Kulturförderpreise der Stadt
Ulrike Freising und Stefan Blank erhalten Preise in der Kategorie Literatur. Ulrike Freising, 1979 in Friedrichshafen geboren, studierte ab 2000 "Szenisches Schreiben" an der Universität der Künste in Berlin. Beworben für den Kulturförderpreis der Stadt Friedrichshafen hat sie sich mit zwei Texten der Gattung Dramatik. Zu ihrem Theaterstück "Feuerlaufen" lobt die Jury unter anderem, dass die Autorin durch scheinbar harmlose Dialoge existenzielle Fragen anschneiden könne, ohne vordergründig bedeutungsschwer zu werden. Da sie ein Gespür für Zwischentöne habe und mit leichter Hand auch feine Ironie einstreuen könne, schaffe sie eine lebendige Atmosphäre in ihren szenischen Anordnungen.
Stefan Blank, Jahrgang 1966, lebt in Friedrichshafen, arbeitet in einer Werbeagentur als Texter und Konzeptioner und hat vor einigen Jahren mit dem literarischen Schreiben begonnen. Ausgezeichnet wird er für seinen Reiseroman "Being Lonley Planet: Thailand". Blank schreibe einen flotten, rhythmisch schnellen Stil, heißt es in der Jurybewertung. Wie er mit der Form der Reiseführerreihe "Lonley Planet" spiele, verleihe dem Buch einen "postmodernen Touch", verweise aber auch auf seinen subtilen Humor, der gerade auch vor dem Protagonisten keinen Halt mache.
In der Kategorie Popularmusik hat die Jury den Komponisten, Cellisten und Gitarristen Karsten Hochapfel ausgewählt. Der 29-jährige gebürtige Tettnanger, der in Paris lebt, habe seine Mitbewerber weit hinter sich gelassen, teilt die Jury mit. Seiner Bewerbung hat er die CD "Das rote Gras" beigefügt, auf der überwiegend eigene Kompositionen und Hochapfel selbst als Cellist und Gitarrist zu hören sind. Der Musiker entwickle zunehmend eine eigene Handschrift, er sei experimentierfreudig, und sein musikalischer Gestaltungswille sei stets zu hören, urteilt die Jury.
Fotografinnen ausgezeichnet
Birke Falkenroth, die Preisträgerin in der Kategorie E-Musik, ist 1981 in Tettnang geboren, in Friedrichshafen aufgewachsen und hat an der städtischen Musikschule ihren ersten Harfenunterricht erhalten. Ihre beruflich gesicherte Laufbahn als Polizeibeamtin gab sie 2005 zugunsten eines Studienplatzes an der Hochschule für Musik in Karlsruhe auf. Seit 2005 konzertiert sie regelmäßig sowohl solistisch als auch mit ihrer Partnerin im "Duo Arpeggio". 2007 wurde sie Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Karlsruhe. Die Jury charakterisiert Birke Falkenroth als sehr engagierte, leistungsfähige Musikerpersönlichkeit.
Kulturförderpreise in der Kategorie Bildende Kunst erhalten Magdalena Abele und Katja Dell. Beide sind Fotografinnen. Abele, geboren 1986, ist in Kluftern aufgewachsen und lebt zurzeit in Karlsruhe. Die Jury hat sich hier bewusst für eine Künstlerin entschieden, die noch am Anfang steht. Die eingereichten Arbeiten ließen aber die Vermutung zu, dass die Grundlagen für die Entwicklung eines eigenständigen Werkes vorhanden seien, heißt es seitens der Juroren.
Einige Erfolge, zum Beispiel den Kodak Förderpreis, hat bereits die 1970 geborene und seit fast zehn Jahren in Wasserburg lebende Katja Dell vorzuweisen. Ihre Werke waren unter anderem im Museé d"Art Moderne in Paris zu sehen. Die Arbeit Katja Dells erscheint der Jury förderungswürdig, da es ihr in ihrer Serie "Disneyland" gelinge, sich auf eine sehr frische Art mit der Reaktion von Menschen auf die Austauschbarkeit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.
(Erschienen: 24.04.2008 00:06)
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