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Ulm

Präsident lässt Amt ab jetzt ruhen

(Ulm/huda) Horst Schurr, Präsident der Handwerkskammer Ulm, lässt sein Amt ab sofort ruhen. Er wird bei der Vollversammlung am 26. November die Vertrauensfrage stellen. Dies ist das einstimmige Ergebnis einer außerordentlichen Vorstandssitzung gestern in der Handwerkskammer Ulm.

Der 67-jährige Schurr ist, wie berichtet, aufgrund eines schwebenden Gerichtsverfahrens, aber auch, weil er nicht mehr als Unternehmer aktiv ist, in seiner Rolle als Präsident schwer unter Druck geraten.

Unter Schurrs Vorsitz traf sich gestern der neunköpfige Vorstand und tagte einzig und allein über seine Zukunft als Präsident. Nach knapp vier Stunden stand das einstimmige Ergebnis unter Enthaltung Schurrs fest: "Der Vorstand empfiehlt dem Präsidenten, das Amt ab sofort ruhen zu lassen, um politischen Schaden vom Handwerk und der Handwerkskammer Ulm fernzuhalten. Der Vorstand bescheinigt dem Präsidenten persönliche Integrität." Der Präsident erklärte, dass er diese Empfehlung annimmt und bis zur Vollversammlung der Handwerkskammer Ulm am 26. November sein Amt ruhen lassen wird und dort dann die Vertrauensfrage stellt.

Wie berichtet, steht Schurr seit einigen Monaten unter Beschuss einiger Vollversammlungsmitglieder, aber auch in der Kritik der Öffentlichkeit. Schurr, der in Nähe von Ellwangen lebt, ist seit 1999 Präsident der Handwerkskammer Ulm. In die Kritik geriet er, als sein Wunsch nach einer dritten Amts-periode nach 2009 bekannt wurde, wofür aber eine Satzungsänderung notwendig wäre, da eine Altersgrenze von 65 Jahren festgeschrieben ist. Für Schlagzeilen sorgte überdies seine Vorliebe für einen teuren S-Klasse-Dienstwagen, dessen Kosten die Handwerksbetriebe zahlen.

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Nun ist Schurr seit kurzem in ein schwebendes Gerichtsverfahren verwickelt, da das Aalener Autohaus Heilig, für das er als Geschäftsführer eingetragen ist, pleiteging. Nicht akzeptabel ist für einige Handwerker überdies, wie auch Hauptgeschäftsführer Hermann Stangier bestätigte, dass ihre Kammer von einem Mann geführt wird, der selbst nur noch sporadisch in seinem Betrieb in Neuler aktiv ist. Rein juristisch allerdings ist Schurr durch den Eintrag in die Handwerksrolle für das Präsidentenamt legitimiert.

Der Druck in den vergangenen Wochen wurde so groß, dass gestern eine außerordentliche Vorstandssitzung in der Handwerkskammer Ulm einberufen wurde. Einzige zu klärende Frage: Kann Schurr Präsident bleiben? Mit der Entscheidung, sein Amt ruhen zu lassen, soll Ruhe einkehren und weiterer Schaden von der größten Handwerkskammer Baden-Württembergs abgehalten werden. Bis zur Vollversammlung übernimmt die Führung der Handwerkskammer Vizepräsident Wilhelm Stotz aus Ravensburg.Kommentar

(Erschienen: 01.08.2008 00:08)


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