Polizei legt dreister Diebesbande das Handwerk
Die Kripo war den Männern und Frauen aus Biberach und einer Kreisgemeinde seit mehreren Monaten auf der Spur. Die Täter standen in Verdacht, Einbrüche in Tankstellen, Diebstähle aus Elektronik- und Multimediageschäften sowie aus Einzelhandels- und Supermärkten begangen zu haben. Die Bande war im Landkreis Biberach und den angrenzenden Kreisen zugange. Ihr Aktionsradius reichte aber auch über die Region hinaus.
Generalstabsmäßig geplant
Die Täter gingen regelmäßig in Gruppen auf Diebestour. Alles wurde generalstabsmäßig geplant. So spähte ein Teil der Bande die Gegend aus und stand Schmiere, ein anderer Teil der Gruppe übernahm es, die gewünschten Waren zu stehlen. Außerdem waren Leute abgestellt, die mit Fahrzeugen unweit der Geschäfte warteten, um die Beute abzutransportieren oder notfalls den Kumpanen zur Flucht zu verhelfen. Die Transport- und Fluchtfahrzeuge wurden sorgfältig präpariert. Die Täter benutzten meist abgemeldete Schrottfahrzeuge, versehen mit gestohlenen oder gefälschten Nummernschildern. Die Täter hielten mit Funkgeräten Kontakt zu einander.
"Unverfroren wurden in einigen Fällen Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke per Sackkarre aus Ausstellungspassagen abtransportiert, manchmal unter den Augen des ahnungslosen Verkaufspersonals oder anwesender Kunden", berichtet Polizeipressesprecher Uwe Krause über das dreiste Vorgehen. Die Täter lenkten das Personal ab oder taten einfach so, als hätten sie bezahlt.
Zur Nachtzeit verluden sie die Beute, Elektroartikel, Haushalts-Großgeräte, Werkzeugmaschinen, Alkoholika, Nobelkleidung und Zigaretten, in nahe Zwischendepots. Die Ware verkauften sie später an Hehler in der Region, in Karlsruhe, Crailsheim und in osteuropäischen Ländern. Mit den Einnahmen finanzierten die Täter ihren Lebensunterhalt.
Nach aufwendigen Ermittlungen schlug die Polizei gestern zu: Zeitgleich durchsuchten die Beamten zehn Wohnungen in Biberach, in einer Kreisgemeinde, aber auch in Karlsruhe und Crailsheim, wo die Bande ebenfalls Anlaufadressen hatte.
Diebesgut füllt zwei Transporter
Die Polizei stellte Diebesgut und die Beweismittel sicher. Zwei Transporter waren nötig, um alles abzutransportieren. Der Wert der Gegenstände bewegt sich nach Polizeiangaben im fünfstelligen Bereich, mehrere 1000 Euro Bargeld sowie Schmuck im Wert von rund 20000 Euro wurden ebenfalls sichergestellt. Die Beamten fanden bei der Bande außerdem 60 Gramm Heroin, Drogenutensilien und kleinere Mengen Haschisch und die täuschend echte Nachbildung einer Kalaschnikow-Maschinenpistole sowie eine schussfähige abgesägte Schrotflinte.
Dem Haftrichter vorgeführt
Die Beamten nahmen 13 Verdächtige vorläufig fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden sechs der Männer im Alter zwischen 22 und 29 Jahren dem Haftrichter vorgeführt. Ein weiterer Täter befindet sich bereits seit Februar wegen Einbrüchen in Norddeutschland in Haft. Einer der Beschuldigten ist untergetaucht, er wird per Haftbefehl gesucht.
Die Kripo untersucht nun, ob die Gruppe auch Einbruchsserien in Tankstellen und Tabakgeschäfte sowie andere Straftaten in den Bereichen von Biberach, Sigmaringen, Ravensburg, Crailsheim und Karlsruhe begangen hat.
(Erschienen: 17.04.2008 00:08)
|
Artikel bewerten
0,0
(0 Stimmen)
|
|













