Perry Rhodan fordert eine Menge Grips
Sie sind mit ihren Gedanken tief in eine Welt eingetaucht, die dem allgemeinen Zeitgenossen fürwahr äußerst fremd erscheint. Sie reden von "Thermostrahlen", "Hypofunkgeräten", "Mutanten", "Desintegratoren", "abstrahlbaren Gravitationsbomben", über "Situationstransmitter", "Kaulquappen" oder "Gucky, dem Mausbiber". Jeder ist dabei bestrebt, mittels Spielkarten und Kommunikation Aufgaben und Missionen zu lösen.
Bereits zum sechsten Mal fand am Wochenende das internationale Bodenseeturnier des "Perry-Rhodan-Sammelkartenspiels" im Ailinger Hotel Adler statt. Über 20 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland bekämpften sich an den Spieltischen gegenseitig, um ihrem Ziel, dem Erreichen der nächsten "Phase", näher zu kommen.
Für den Außenstehenden wirkt das anspruchsvolle Strategiespiel, welches auf die Abenteuer des Romanhelden Perry Rhodan zurückgreift, anfangs befremdend und fern von dieser Welt. Perry Rhodan ist der Titelheld der gleichnamigen deutschen Science-Fiction-Serie, die seit 1961 ununterbrochen wöchentlich in Form von Heftromanen erscheint. "Gespielt wird in der Regel an Dreiertischen, eine Spielrunde dauert bis zu vier Stunden. Unser Turnier am Bodensee zählt zu den beliebtesten, was sich auch in der wachsenden Teilnehmerzahl wiederspiegelt", so Veranstalter Helmut Anger aus Friedrichshafen.
Nächstes Treffen ist in Berlin
Regelmäßig treffen sich die Anhänger dieser Kultfigur und veranstalten Turniere, bei denen es auch wichtige Weltranglistenpunkte zu gewinnen gibt. "Ich bin ein Spieler der ersten Stunde, und wurde bereits 1997 zum ersten Mal Weltmeister. Der Reiz liegt im Anspruch des Spiels, obwohl Anfänger ohne Hintergrundinformationen über die Geschichte Perry Rhodans relativ leicht einsteigen können", so Christoph Marx, der achtfache WM-Finalist aus Wien. "Hochwertige und durchschlagende Strategien zu entwickeln, neue Welten zu erforschen, das fasziniert mich, macht Spaß und fordert mich immer wieder heraus."
"Ich bin seit 2001 dabei, las eine Anzeige im Planetarium Berlin und hatte sofort Gefallen daran gefunden. Seit 2002 reise ich regelmäßig zu Turnieren quer durch ganz Deutschland", so der in Berlin wohnhafte Kilian Schwarzmann. "Für ,Perry' opfere ich einen Großteil meiner Freizeit. Mein größter Erfolg war 2007 der fünfte Rang bei der WM in Friedrichshafen."
"Wir sind wie eine große Familie, und pflegen die Freundschaft. Jeder Teilnehmer beim Bodenseeturnier erhält neben Weltranglistenpunkten Sachpreise, die Gewinner dieses Jahr erstmals auch schicke Medaillen", so Helmut Anger. Am zweiten und dritten August treffen sich die "Perry-Rhodanier" wieder, um in die Tiefen des Weltalls vorzudringen, um neue Phasen zu erforschen und neues Leben zu entdecken - bei den zwölften Weltmeisterschaften in Berlin.
(Erschienen: 18.03.2008 00:09)
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