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Alb Lauchert

Musical plädiert gegen Mobbing und für ein Miteinander

GAMMERTINGEN - Das Musical "Tell me why" des Jugendbüros Gammertingen steht kurz vor der Aufführung. In einer Presskonferenz haben die Mitwirkenden und Verantwortlichen von Mariaberg e.V. ihr Projekt vorab der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Weg ist das Ziel. Dies scheint sich auch in der Gammertinger Jugendarbeit zu bewahrheiten. Bereits vor der Premiere ihres selbst erarbeiteten Stücks vermitteln fünfunddreißig Jugendliche und die Initiatoren sowie Pädagogen und Eltern, dass der Wunsch nach Integration und Kommunikation bestens gelungen ist.

Mit einem freundlichen, aber bestimmten: "Schnauze, jetzt geht's los", sorgte einer der Jungendlichen für die nötige Ruhe, damit Michael Sachs vom Vorstand Mariaberg kurz das Projekt vorstellen konnte: "Das Präventionsprojekt Move-Mind hat das Ziel, Jugendliche der unterschiedlichsten Gruppierungen und sozialen Schichten über das Medium Musical in Kontakt miteinander zu bringen." Jeder Mensch, jeder Jugendliche, verfüge über Stärken, die er wieder in die Gruppe einbringen könne. Finanziert wird die vorerst auf zwei Jahre angesetzte Initiative "Move-Mind" vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, der Jugendstiftung Baden-Württemberg, der Stiftung Mariaberg, der ortsansässigen Firma Reifen-Göggel und von Spendengeldern.

"Wir wollten", so der Leiter der Mariaberger Jugendarbeit Michael Göggel, "Jugendarbeit mal anders" machen. Wie genau diese Andersartigkeit aussehen könnte und wohin sie führen würde, überraschte und freute dann alle Beteiligten. Elternvertreterin Mandy Wehner, deren Tochter mitspielt, betonte: "Die Kinder haben für ihr Sozialverhalten unglaublich viel gelernt, es ist eine ganz tolle Sache, schade, dass es schon bald vorbei ist."

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Wie wurde die Idee in die Tat umgesetzt? Cord Dette vom Jugendbüro Gammertingen, zuständig für die Schulsozialarbeit und seit September 2007 Projektleiter des Musicals, stellte gemeinsam mit der Theaterpädagogin und Sozialarbeiterin Laura Menk, zuständig für die künstlerische Leitung, zu Beginn der Umsetzung die Idee in den Klassen 5 bis 8 in allen Schultypen vor. Zu einer ersten Besprechung fanden sich dann ungefähr 100 Jugendliche von der Sonderschule bis zum Gymnasium im Jugendbüro ein. Geblieben sind dreißig Mädchen und fünf Jungs.

Von Anfang an waren sie für das Thema und die Entwicklung des Musicals mitverantwortlich. Laura Menk bekam für die Umsetzung professionelle Hilfe von den Künstlern Alex Mok und Asita Djavadi. In der basisdemokratischen sowie gruppendynamischen Anfangsphase bildeten sich zwei Themenkreise bei den Jugendlichen heraus: Streit und Freundschaft. "Warum nicht die beiden verbinden?", schlug Laura Menk vor.

Am Ende, dies darf schon verraten werden, erwartet das Mädchen Andrea - nach einem sich steigernden leidvollen Weg der Ausgrenzung und des Mobbings - ein Happyend. Menk: "Die Jugendlichen wollten es so und sie haben dieses Miteinander auch während der Arbeit gelebt. Jeder hat sich um jeden gekümmert. Ganz selbstverständlich helfen die Jugendlichen den weniger begabten Mitspielern, damit diese ihren Einsatz nicht verpassen. Alle nehmen Rücksicht und sind Teil des Ganzen. Das Stück war nicht als integratives Projekt gedacht, aber es hat sich so entwickelt."

Wichtig für Lebensplanung

Walter Märkle, Geschäftsführer Mariaberger Ausbildung und Service, verwies auf die Bedeutung, die "Move-Mind" für die Lebensplanung der Jugendlichen mit sich bringt. Zwei Beispiele hierfür: Die Schülerin Julia Sotouky, Sprecherin der Gruppe, spielt den "Schatten" des Mädchens Andrea, sie vermittelte ein Mädchen aus ihrer Schule, das genau unter der "gespielten" Ausgrenzung litt. Christian Heberle hat als Schüler angefangen und ist für die Technik des Musicals zuständig, heute ist er Lehrling und die Aufgabe im Projekt begeistert ihn so, dass er sich später in diesem Bereich weiterbilden möchte.

Zum Schluss gaben die Darsteller als Kostprobe und Vorgeschmack auf die Vorführung eine "Zicken-Szene" und eine Tanzeinlage zum Besten. Das erwartete Publikum darf gespannt sein.

(Erschienen: 11.05.2009 00:06)


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