"Mister Waldbühne" Johann Speh sagt Ade
Zum Abschied wurde Speh mit der höchsten Verbandsauszeichnung, der Ehrenmedaille in Gold des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg, ausgezeichnet.
Es wurde still im Raum und Wehmut kam auf, als Vorsitzender Johann Speh nach seinen Begrüßungsworten bei der Hauptversammlung im Hotel "Hirsch" wegen seiner angeschlagenen Gesundheit den vorzeitigen Amtsverzicht erklärte. "Ich habe mich gefreut, mit Euch so lange arbeiten zu können, ich danke ganz herzlich dafür", verabschiedete sich Johann Speh sichtlich bewegt. Auch seinem Stellvertreter und langjährigen Weggefährten Walter Kordovan fiel das Sprechen schwer und seine Dankesworte bekräftigten die Anwesenden, in dem sie ihrem "Mister Waldbühne" lange stehend Beifall spendeten.
Ehrenmedaille in Gold
Als Vertreter des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg war Präsidiumsmitglied Christian Schulz gekommen. Für mehr als sieben Jahrzehnte Zugehörigkeit bekam Johann Speh die Ehrenmedaille in Gold. Johann Speh sei eine Institution gewesen und habe sich in einer Weise für das Naturtheater verdient gemacht, die nicht zu übertreffen sei.
Johann Spehs Begeisterung für das Theater ist beinahe so alt wie die Waldbühne selbst. Bereits als siebenjähriger Bub stand er 1935 auf der Waldbühne. Als Spieler, Schriftführer und überall, wo Not am Mann war, sprang er ein. 1962 übernahm er die Spielleitung, die er 32 Jahre behielt. Während dieser Zeit besetzte Johann Speh noch zahlreiche Rollen, war Bühnenbauer und -gestalter, machte Licht- und Tontechnik, leitete den Kartenvorverkauf und wies auch Autos auf dem Parkplatz ein. "Bis auf den Kassiererposten habe ich alles schon gemacht", bekannte er. 1989 übernahm Johann Speh dann die Position des Vorsitzenden und blieb es zwei Jahrzehnte lang. Auch im Verband war er Mitglied im Führungsgremium.
Die Glückwünsche und den Dank der örtlichen Theaterspieler sprach Walter Kordovan aus. Er schloss auch Theresia Speh in den Dank ein, die schwer erkrankt ist. Sie hat ihren Ehemann immer verlässlich unterstützt, war für die Kostüme verantwortlich, schlüpfte in viele Rollen, oft auch für verhinderte Spielerinnen. Viele Spielsommer stand sie als Souffleuse im Graben. Walter Kordovan ernannte Theresia und Johann Speh, die einen großen Teil ihrer Lebenszeit auf und für die Waldbühne verbrachten, zu Ehrenmitgliedern. Als Geschenk gab es unter anderen ein speziell gefertigtes Namensschild für den künftigen Ehrenplatz im Zuschauerraum.
Bürgermeister Alois Henne hob die untrennbare Verbindung von Waldbühne und Johann Speh hervor. Über sein mit viel Herzblut versehenes Schaffen für die Naturbühne hinaus sei Johann Speh auch eine Säule im Kulturleben der Gemeinde gewesen. "Wir haben ihn dafür vor Jahren mit der Ehrenmedaille der Gemeinde ausgezeichnet", sagte der Bürgermeister und würdigte ebenso das Wirken von Ehefrau Theresia Speh. Die Waldbühne verdanke dem Ehepaar Speh sehr viel, fügte Alois Henne an.
(Erschienen: 27.01.2009 00:06)








