Kulturen der griechischen Welt vereint
Kaum hatte man das Museumsgelände betreten, war man auch schon umringt von allerlei Männern und Frauen in bunten, aber auch seltsam anmutender Bekleidung. Sieben Hetairoi (makedonische Infanteristen), vier Thraker, eine vierköpfige Salzhauerfamilie aus Hallstatt sowie Männer, Frauen und Kinder aus dem östlichen wie westlichen Bereich des keltischen Kulturkreises hatten zwei Tage lang die Heuneburg "belagert". Doch die Protagonisten stellten nicht nur sich selbst und ihre Bekleidung zur Schau, sondern zeigten auch alte Handwerkskunst, boten Scheingefechte, inszenierten Überfälle (bei denen die Toten anschließend zum Glück wieder quicklebendig waren) und demonstrierten auf diese Weise den Einsatz verschiedenster Waffen der verschiedensten Kulturen.
Hellauf begeistert zeigten sich alle Beteiligten - die teilweise bis von Hannover und Wien anreisten - von der Heuneburg. Es sei deutschlandweit das einzige Museum, das eine entsprechende Kulisse für derartige Treffen bieten könne. Wohl auch deshalb sei man nach gelungener Premiere im vergangenen Jahr heuer gerne wiedergekommen. Museumsleiterin Sabine Hagmann hörte es wohl, und versicherte, ein Treffen der griechischen Welt auf der Heuneburg füge sich auch in die Historie ein: So war der keltische Fürstensitz bekannt für seine internationalen Handelsverbindungen zwischen dem 6. und 4. Jahrhundert vor Christus. Jede Menge Funde, die aus dem griechischen Kulturkreis stammen, sind auf der Heuneburg gemacht worden. Vermutlich haben auch einige Griechen und Thraker hier gelebt - ein Zeichen für die große Bedeutung der Heuneburg im keltischen Kulturkreis und auch darüber hinaus. "Wir wollen den Besuchern aber auch bewusst machen, dass der Zuzug von Fremden gar kein modernes Phänomen ist", so Sabine Hagmann. Die Integration Fremder, aber auch die Übernahme fremder Sitten und Gebräuche - all' das gab es damals bereits schon.
Hagmann betonte zudem, dass man auf der Heuneburg das große Glück habe, eine intakte topografische Situation vorzufinden; sprich: Im Gelände hat sich seit damals kaum etwas verändert. "Wir können hier also historisch relativ intakte Bilder zeigen", so Hagmann. Für die Unterhaltung der jüngsten Museumsbesucher sorgte das Puppentheater aus der Suppengasse - mit Fabeln des Griechen Aesop. Kinder konnten Glasperlen herstellen, sich im Filzen oder an einem keltischen Knoten versuchen.
Künftig sind auch Italiener dabei
Die Protagonisten waren sich alle einig, dass das Treffen der griechischen Welt auch im kommenden Jahr wieder auf der Heuneburg stattfinden solle - vielleicht gar mit italienischer Beteiligung. Wer dann als Grieche, Thraker oder Kelte mit von der Partie sein möchte - weitere Darsteller sind immer gerne gesehen. Mehr Infos dazu gibt es auch im Internet unter www.hetairoi.de.
(Erschienen: 11.08.2008 00:06)














