Klonkuh wird zum Appetitverderber
Die Europäische Union plant, den Verkauf des Fleisches von den Nachkommen geklonter Tiere zu erlauben. Das passt dem Kreisobmann überhaupt nicht, "es macht mich sogar richtig aggressiv", sagt der Landwirt. In seinen Augen mache die Politik durch die Erlaubnis aus der Welt ein Versuchslabor und aus den Landwirten und Verbrauchern werden Versuchskaninchen. "Wenn sie es unbedingt machen müssen, dann sollen die Wissenschaftler in den Laboren bleiben, wo sie niemanden gefährden", findet Glaser. Alles andere sei verantwortungslos.
Die Verbraucher werden bei den Worten "Klonfleisch" hellhörig und seien skeptisch, sagt Glaser. So werde ihnen die Lust auf Fleisch verdorben. "Und das brauchen wir Landwirte einfach nicht." Auch die Kennzeichnung der Lebensmittel sei ungenügend. "Das ist doch Hasenfußpolitik, die Entscheidung auf die Verbraucher abzuschieben", sagt Glaser.
An die Ungefährlichkeit des Fleisches mag Glaser auch nicht glauben. "Die Wissenschaft hat auch behauptet, dass es ungefährlich sei, die Tiere mit Tiermehl zu füttern. Später hatten die Tiere BSE", erinnert der Obmann an den Rinderwahnsinn in den 90er-Jahren. Die aktuelle Generation der Klontiere sei längst nicht so widerstandsfähig wie "normales" Vieh und lebe auch längst nicht so lange. "Dann kann uns doch keiner sagen, dass die Klontiere besser sind", sagt der Landwirt.
In seinen Augen kann die Landwirtschaft in diesem Punkt so bleiben, wie sie ist. "Es funktioniert ja schon sehr lange", sagt er. Wenn die Tiere nur noch geklont werden, sieht er zudem die Vielfalt der Landwirtschaft gefährdet. "Und das ist gerade in Hinblick auf Umweltveränderungen sehr gefährlich", warnt Glaser.
Metzger wollen das Fleisch nicht
Wie die Metzger zum Thema Klonfleisch stehen, weiß Innungsobmann Eugen Koch noch nicht: "Das Thema ist neu für uns und wir haben uns in den Gremien noch nicht unterhalten." Deshalb könne er noch keine druckreife Aussage abgeben. Sein Kollege Manfred Högner aus Uttenweiler kann sich nicht vorstellen, dass die Vebraucher Fleisch von geklonten Tieren wollten. Deshalb fürchtet er auch nicht, dass die Konkurrenz durch billiger hergestelltes Klonfleisch sein Geschäft schädigen könnte. "Eher im Gegenteil, ich vermute, dass zumindest die Mehrzahl der Kunden verstärkt schaut, wo sie normales Fleisch bekommt."
(Erschienen: 24.06.2009 00:10)








