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Biberach
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Kirche muss "von unten" kommen

Zu dem Bericht "Zieglersche: Ja, wir wären interessiert" erreichte uns folgende Zuschrift.

Zum Glück gibt es die Schwäbische Zeitung und die Zieglerschen Anstalten, um etwas Positives für das evangelische Gemeindeleben auf dem Mittelberg in Biberach zu tun. Offensichtlich geht die SZ auf kritische Stimmen ein und dokumentiert mit Beispielen, dass in der Gemeinde sehr wohl Bereitschaft für ein Engagement ---auch für ein finanzielles - da ist. Und der Kommentator der SZ sagt schon am 8. August: "Die Kirche muss im Dorf bleiben." Man sieht, was in den Gemeinden vor Ort verloren geht, das ist verloren.

Die Gemeindeglieder sind an ihre Kirche emotional gebunden und sind mit der mangelnden Diskussionsbereitschaft der Kirchenverwaltung unzufrieden. Kann jetzt ein diakonisches Werk wie die Zieglerschen Anstalten auch ein Rettungswerk für eine Kirchengemeinde sein? Schließlich muss eine soziale Einrichtung im Rahmen der staatlichen Sozialgesetzgebung handeln und kann nicht die ureigensten Aufgaben einer Kirchengemeinde übernehmen. Es ginge vielmehr darum, die Gemeinde zu motivieren und zu beleben, anstatt sie mit Vorgaben "von oben" zu lähmen.

Immer mehr wird "von oben" vorgegeben, immer seltener werden Reformprozesse, die mühsam und aufwendig sein können, an der Basis organisiert. Die Vorgaben "von oben" werden mit der schlagkräftigsten aller irdischen Mächte, dem Geld, verbunden, das sich angeblich bis zum Jahr 2050 um die Hälfte reduziert. Die Prognose ist willkürlich, da ihre Begründung - die negative demografische Entwicklung - irreführend ist:

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In den letzten Jahrzehnten haben die Kirchen bei abnehmender Zahl ihrer Mitglieder weiterhin steigende Einnahmen verzeichnen können. Dass in den Jahren 2007 und 2008 die Kirchensteuer gestiegen ist, wird kaum bemerkt. Aber es ginge-meiner Meinung nach-auch darum, nicht das betriebswirtschaftliche Denken zur Leitlinie in der Kirche zu machen, sondern das biblische "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen ... Sorgt nicht! ... Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon". Wie kann man über diese biblischen Vorstellungen so reden, dass-sie etwas mit dem Leben der Menschen und dem Gemeindeleben zu tun haben? Kirchenverdrossenheit entsteht durch eine "Kirche von oben", fehlende Beteiligung der Menschen an Willensbildung und an Entscheidungen. Nebenbei: Was hat der Freie Berater, der über ein Jahr lang von außerhalb zugezogen wurde, gekostet? Hoffentlich hat die "Kirche von unten" (eine Initiative im katholischen Bereich) auch im evangelischen Bereich und in Biberach eine Chance.

Leserbrief zum Thema: Zentralisierung der Evangelischen Kirchengemeinden .

Gemeindesaal gehört den Bergerhausern

Mit Entsetzen haben wir aus der Schwäbischen Zeitung erfahren, dass unser Gemeindesaal in Bergerhausen verkauft werden soll. Im Jahr 1959 haben die Bergerhauser Bewohner durch hohe Spenden und viel Eigenleistung ihren Gemeindesaal gebaut. Die damalige Bestimmung der Stadt Biberach: Die Bergerhauser Vereine dürfen diesen Saal ebenfalls mitbenutzen. Die Initiative zum Bau dieses Gemeindehauses ging von Reinhard Schmid - damals Vikar - aus. Der Grund: Bibelstunden, Gottesdienste, Jungschar usw. waren in der Wirtschaft beziehungsweise in privaten Wohnungen nicht mehr länger tragbar. Vor etwa zehn Jahren wurde der Gemeindesaal wieder durch Spenden und Eigenleistungen renoviert und vergrößert und in somit heute noch in baulich sehr gutem Zustand. Für Gottesdienste, Seniorentreffs, Gymnastikgruppen, Krabbeltreff Mutter und Kind sowie auch für private Feiern wird unser Gemeindesaal fast täglich genutzt. Diese Aktivitäten lassen sich nicht so einfach in die Stadtmitte verlegen, den Gottesdienst oder den Seniorentreff in der Stadt zu besuchen, ist für die älteren Bergerhauser Bürger sehr beschwerlich, zum Teil sogar unmöglich, wenn kein Auto zur Verfügung steht. Die Bergerhauser Gemeinde wird zudem durch die Neubaugebiete Baind, Weingarthalde und das neue Talfeld einen verstärkten Zulauf, vor allem auch von Jugendlichen erfahren. Aus diesen Gründen wäre es kurzsichtig, diesen uns allen vertrauten Gemeindesaal aufzugeben.

Johanna und Karl Blaimer,

Bergerhausen

(Erschienen: 26.09.2009 00:05)


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