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Friedrichshafen

Hungerstreik abgebrochen

(FRIEDRICHSHAFEN/sz) Der Kriegsdiensttotalverweigerer Matthias Schirmer hat am Mittwoch seinen seit zwölf Tagen andauernden Hungerstreik abgebrochen. Die Forderungen seien erfüllt, hieß es. Noch am Nachmittag kam er frei.

Nach Angaben der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) hat Schirmer den Abbruch im Gespräch mit dem mecklenburgischen Landtagsabgeordneten Torsten Koplin ("Die Linke") erklärt. Schirmer begründete seinen Schritt laut Koplin damit, dass seine Forderungen erfüllt seien. Ab 11 Uhr am Mittwoch wolle das Militärsondergericht über die vorzeitige Beendigung des Arrestes verhandeln. Am Nachmittag teilte die Friedensgesellschaft mit, dass seine Mutter telefonisch bekanntgegeben hätte, der Disziplinararrest der Bundeswehr sei beendet worden.

Schirmer hat im Gespräch geäußert, dass der zuständige Militärrichter bereits am vergangenen Freitag im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens zu Protokoll gegeben hatte, dass er einer dritten Arrestierung des Kriegsdienstverweigerers nicht zustimmen werde. Nach Angaben Koplins geht es Schirmer den Umständen entsprechend gut. Das Verhalten der Vorgesetzten und Wachhabenden ihm gegenüber sei korrekt. Der Abgeordnete zeigte sich von der Willensstärke Schirmers beeindruckt und äußerte großes Unverständnis. Erst durch das uneinsichtige und ungerechte Handeln hätte die Bundeswehr mit dafür gesorgt, dass ein weiterer Kriegsdienstgegner erzogen worden sei. "Wenn mehr als die Hälfte der Jugendlichen des Jahrgangs keinen Kriegsdienst bei der Bundeswehr oder Ersatzdienst leisten müssen, hat sich spätestens da gezeigt, dass die Wehrpflicht ungerecht ist." Koplin forderte nach dem Besuch in der Kaserne eine neue Diskussion zur Abschaffung der Wehrpflicht. Der Linkspolitiker sagte: "Die Pflicht zum Dienen ist mit einer freiheitlichen Ordnung nicht vereinbar." Nachdem das Gericht die Inhaftierung beendet hat, liegt die Entscheidung beim Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Pfennig, dies zu akzeptieren und auf Disziplinierungen zu verzichten.

(Erschienen: 23.05.2008 00:06)


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