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Hintergrund: Iran ist auch konventionell hoch gerüstet

(Hamburg/dpa) Rein zahlenmäßig verfügt Iran mit 545 000 Mann über die größte Streitmacht aller Länder im Nahen Osten. Zu ihr gehören die reguläre Armee und die Revolutionsgarden (Pasdaran). Im Kriegsfall können außerdem etwa eine Million Kämpfer einer den Pasdaran unterstellten Volksmiliz mobilisiert werden.

Seit Jahren hat die Islamische Republik Iran ein strategisches Raketenarsenal aufgebaut. Auf der Basis hauptsächlich von Nordkorea gelieferter Scud-Raketen wurden bis zu 750 Schahab («Komet») Kurzstrecken-Raketen entwickelt. Schahab-1 und Schahab-2 haben mehrere hundert Kilometer Reichweite. Bis zu 2000 Kilometer - und damit weit über Israel hinaus bis in den Mittelmeerraum - reicht die aus der nordkoreanischen Nadong entwickelte Schahab-3. Davon soll es bereits einige Dutzend geben. Im Westen wird nun vermutet, dass Teheran unter dem Deckmantel der friedlichen Kernenergie-Nutzung für diese Langstreckenraketen nukleare Sprengköpfe herstellen will.

Der «Gottesstaat» der Schiiten plant außerdem eine weiter reichende Schahab-4 und die Interkontinentalrakete Kosar. Zum Schutz seiner strategischen Waffen und Atomanlagen wird Teheran aus Russland modernste Luftabwehrraketen bekommen. Für das Militär gab Iran 2005 offiziell umgerechnet 4,4 Milliarden Dollar aus. Das Londoner Institut für Strategische Studien (IISS) vermutet, dass die Summe doppelt so hoch ist.

Das HEER ist mit 350 000 Mann die größte reguläre Teilstreitkraft. Zum Waffenarsenal gehören insgesamt mehr als 1600 Kampfpanzer. Ein Großteil ist mittleren Alters. Bei den etwa 320 US-Modellen handelt es um die Typen M-60 und M-48 früheren Importen. Die Briten lieferten 100 «Chieftain». Aus Russland stammen etwa 1100 Panzer der T-Serie. Viele Heereshubschrauber, so die Typen «Cobra», «Chinook» und «Bell», wurden ebenfalls noch aus den USA geliefert. Zur Ausrüstung zählen auch mindestens 13 000 Geschütze.

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In der LUFTWAFFE dienen 52 000 Soldaten, davon 15 000 bei der Luftabwehr. Etwa 280 Kampfjets soll es geben. Davon sind fast 180 amerikanischer und 70 russischer Herkunft. Das IISS schätzt, dass gut 100 der US-Fabrikate noch einsatzbereit sind. Viele F-4 «Phantom», F-5 «Tiger» oder F-14 «Tomcat» wurden nach dem US-Handelsembargo von 1987 für Ersatzteile ausgeschlachtet. Bei den aus Russland stammenden MiG- und Suchoi-Maschinen sind laut IISS knapp 60 startbereit.

Die MARINE hat 18 000 Mann. Ihre größten Schiffe sind drei Fregatten, zwei Korvetten und drei U-Boote. Hinzu kommen etwa 250 Schnell- und Küstenboote sowie Minensucher. Stützpunkte gibt es am Kaspischen Meer, am Persischen Golf und am Golf von Oman.

Ein Generalstab koordiniert die Aufgaben von Armee und Pasdaran. Die insgesamt 125 000 Gardisten dienen in eigenen Boden-, Luftwaffen- und Marineeinheiten. Primär sind die Garden für die innere Sicherheit zuständig. Zur Bewaffnung gehören gepanzerte Fahrzeuge und Artillerie.

(Erschienen: 08.05.2006 13:51)


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