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Freiwilliger Parkeintritt in Sanssouci - noch keine Erfolgsstory

(Potsdam/dpa) Während der italienische Tourist gerne für sein Flanieren durch den Park Sanssouci zahlt, knausern offenbar vor allem Einheimische und ignorieren Besucherbetreuer und Automaten.

Der freiwillige Parkeintritt in einigen Welterbe-Stätten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat sich noch nicht zu einer Erfolgsgeschichte gemausert. Rund 244 000 Euro flossen im vergangenen Jahr dadurch zwar in die Kassen und damit 40 Prozent mehr als im Vorjahr. «Aber es ist noch nicht das, was wir erhofft haben», räumt der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh, ein. Vor allem bei Potsdamern und Berlinern müsse noch erhebliche Überzeugungsarbeit geleistet werden, dass die Gärten auch ein Kulturdenkmal seien und der Erhalt unterstützt werden müsse.

Seit 2006 können Gäste des weltberühmten Parks von Sanssouci einen freiwilligen Obolus leisten - direkt bei Besucherbetreuern an den wichtigsten Eingängen oder am Automaten. Im Berliner Schlossgarten Charlottenburg, wo dieser Eintritt auch seit 2006 erbeten werden sollte, wandelte die Stiftung nach heftigsten Bürger-Protesten diesen in eine «Parkspende» um. Gerade einmal 2000 Euro wurden im Vorjahr dort in den Automaten gesammelt - in Sanssouci waren es 185 000 Euro.

Seit 2007 wird der freiwillige Eintritt auch im Park Babelsberg und im Neuen Garten erbeten - mit ebenfalls begrenztem Erfolg. «Das Ergebnis hat zweifellos unter der Diskussion um die Parkordnung gelitten», betont Dorgerloh. Heftigste Kritik kam vor allem von Fahrradfahrern, die sich durch die Ausweisung bestimmter Strecken und Barrieren an den Eingängen «diskriminiert» fühlten. «Das haben wir unterschätzt.» Dorgerloh hat reagiert: Mit Jahresbeginn 2008 sind die im Frühjahr 2007 erstmals ausgewiesenen Radstrecken nun erweitert.

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Dorgerloh hofft, dass damit auch die Bereitschaft zum freiwilligen Parkeintritt steigt. «Die Erwartungen an diesen Eintritt haben sich in ihrer Höhe nicht erfüllt», sagt auch Kulturministerin Johanna Wanka (CDU). «Aber es ist eine Bewusstseinsschärfung eingetreten, Gärten werden als Kulturdenkmal stärker wahrgenommen.»

Früher war es kostenlos, durch den Park Sanssouci zu joggen, zur Universität zu radeln oder den Kinderwagen durch die Gartenlandschaft zu schieben. Damit jetzt nicht jedesmal das Portemonnaie gezückt werden muss, gibt es für 12 Euro die Jahreskarte. «Dieses Angebot werden wird jetzt stärker bewerben», betont der Schlösserchef. Gerade einmal rund 1100 Jahreskarten seien 2007 gekauft worden. Grundsätzlich betont Dorgerloh, der für das abgelaufene Jahr durch den Parkeintritt mit mindestens 300 000 Euro gerechnet hatte: «Die Einführung war der richtige Schritt, auch wenn noch nicht zusätzliche Millionen für Arbeiten in den Gärten zusammenkommen.»

www.spsg.de

(Erschienen: 01.01.2008 13:48)


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