Ein Gerücht hält sich hartnäckig
Es gibt viele Gründe, warum Katzen verschwinden. Nicht wenige werden auf der Straße überfahren, von Jägern angeschossen, geraten in einen Kampf mit anderen Tieren, in die Fänge von Tierquälern oder suchen sich im besten Fall einfach ein neues Zuhause.
Acht Fälle wurden gemeldet
Und doch hält sich seit Jahren hartnäckig das Gerücht, dass professionelle Tierfänger die Pelztiere einfangen. "Ich denke, die Geschichte mit dem Transporter, mit den Katzenfängern, die Wohngebiete abklappern, ist eher unwahrscheinlich. Im Landkreis Biberach gibt es zumindest keine Hinweise dafür", sagt Polizeisprecher Krause. In den vergangenen zwölf Monaten wurden der Polizei landkreisweit acht Fälle von vermissten Katzen gemeldet. Klar ist, dass dies nicht die Realität spiegelt, denn die meisten Fälle von vermissten Katzen landen nie auf einem Polizeischreibtisch.
Die Polizeistatistik hat einer brodelnden Gerüchteküche also nur wenig entgegenzusetzen. Und es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es eben doch den Tierfänger-Transporter gibt. Weiterhelfen könnte auch die Frage nach dem Zweck. Tierversuche? Dazu sagt der Deutsche Tierschutzbund: "Die vielen vermissten Katzen können auf keinen Fall damit erklärt werden, dass diese Tiere in Tierver-suchen landen." Laut einer Statistik des Bundesregierung werden in Deutschland jährlich "nur" 850 Katzen zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Diese Versuchskatzen dürfen in der gesamten EU nur aus Zuchtbetrieben stammen.
Import zum Spottpreis
Immer wieder wird auch vermutet, dass Fellhändler Katzen einfangen lassen. "Im November 2006 hat es in Burg-rieden einen Fall gegeben, bei dem Leute an einer Haustür geklingelt haben und ein Katzenfell verkaufen wollten", sagt Krause. Legal ist in Deutschland der Import von Katzenfellen, viele werden "zu einem Spottpreis aus Asien nach Deutschland importiert", schreibt der Deutsche Tierschutzbund auf Anfrage der SZ. Es scheine daher eher unwahrscheinlich, dass Katzen in Deutschland aufwändig eingefangen werden. Und weiter: "Trotz jahrelanger Recherchen konnte in Deutschland kein Netz von Tierfängern aufgedeckt werden." Kein Trost für die betroffenen Katzenbesitzer, sie stehen weiter vor einem Rätsel.
(Erschienen: 11.04.2007 00:06)








