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Kino

Edgar Reitz dreht vierten Teil seiner Chronik «Heimat»

(Mainz/dpa) Die weltbekannte TV-Familiensaga «Heimat» soll fortgesetzt werden. Der vielfach prämierte Filmregisseur Edgar Reitz (73) wolle einen nur gut drei Stunden langen vierten Teil seines monumentalen Epos bis August oder September 2006 drehen.

Das teilte die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur in Mainz mit. «Heimat IV» werde zunächst nur auf DVD erscheinen - Reitz wolle diesmal vorerst unabhängig von Fernsehsendern agieren. Mit den bisherigen drei «Heimat»-Zyklen mit insgesamt 30 Teilen hatte Reitz seit 1984 Fernsehgeschichte geschrieben. Dabei spiegelte er die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts vor allem im Mikrokosmos einer großen Familie im fiktiven Hunsrück-Dorf Schabbach. Die Trilogie flimmerte in vielen Ländern über die Fernsehbildschirme.

Im Mittelpunkt von «Heimat IV» steht nach Angaben der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur Lulu (Nicola Schössler), die Tochter der von den früheren Zyklen bekannten Figuren Hermann und Waltraud. «Sie kommt nach München, gerät in ein Schwabinger Kino und sieht viele Menschen, die zu ihr gehören», sagt der Geschäftsführer der Stiftung, Edmund Elsen. «Lulu merkt, dass sie alleine in dem Kino ist, will fliehen und gerät in ein magisches Archiv mit herzzerreißenden Szenen ihrer Familiengeschichte.»

Die Idee zur der Fortsetzung sei Reitz gekommen, als er bei der Neuordnung seines Archivs viele fertig gedrehte, aber nie verwendete Szenen der alten «Heimat»-Zyklen gesehen habe. «Er war selbst überrascht, was für Juwelen der Erzählkunst er da fand», berichtete Elsen. Der im Hunsrück geborene Regisseur drehe nun eine neue Rahmenhandlung und montiere alte Szenen hinein. Somit würden auch die Produktionskosten nur eine sechsstellige Höhe erreichen. 100 000 Euro davon übernehme die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, erklärte der Geschäftsführer.

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Bereits bei den großen europäischen Filmfestivals in diesem Jahr werde Reitz «Heimat IV» präsentieren. 2004 hatte der Regisseur bei einer Premierenfeier von «Heimat III» in Simmern im Hunsrück gesagt: «Ich behaupte, die Form der fiktiven Chronik erfunden zu haben.» Nicht zuletzt mehrere Todesfälle in «Heimat III» trügen stets den Keim zahlreicher neuer Geschichten in sich. «Dadurch entsteht ein Gefühl der Unendlichkeit». Zu einer möglichen Fortsetzung bemerkte Reitz damals: «Es wird nicht "Heimat IV" draufstehen, aber es wird Heimat drin sein.»

(Erschienen: 14.03.2006 19:13)


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