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DFB-Junioren schimpfen über Schiedsrichter

(Lurgan/dpa) Die deutschen U-21-Junioren haben ihren fast wertlosen Sieg teuer bezahlt. Das Team von Trainer Dieter Eilts muss im entscheidenden Spiel um den Einzug in die Playoffs zur EM- Endrunde definitiv ohne Kapitän Stefan Kießling auskommen.

Der Profi von Bayern Leverkusen zog sich beim 3:2-Sieg gegen Gastgeber Nordirland einen Einriss der Beckenmuskulatur zu. Dies ergab eine Kernspintomographie gleich nach der Rückkehr in Bremen. Kießling hatte sich die Verletzung bereits nach fünf Minuten zugezogen, als der Nordire Rory McArdle nach einem Luftduell auf dem Ex-Nürnberger landete und ihm dabei das Bein nach außen drehte. «Natürlich war es nicht positiv, dass Stefan ausgefallen war, aber auch ohne ihn möglich, eine Führung herauszuspielen», meinte Eilts, dem am 5. September beim notwendigen Sieg der neue Kapitän dennoch schmerzlich fehlen dürfte.

Dass es bei Kießling als einzigem schwerer verletzten Spieler in Nordirland blieb, war Glück für die Deutschen. «Ich muss dem Schiedsrichter den Vorwurf machen, dass es zwischenzeitlich gefährlich für den Körper war», betonte Manndecker Marvin Matip in Richtung von Referee Peter Rasmussen aus Dänemark. «Er war ein bisschen überfordert. Das hatte nichts mit Fußball zu tun», wetterte Spielmacher Piotr Trochowski vom Hamburger SV, nachdem es in der Schlussphase der aus deutscher Sicht lange Zeit ungefährdeten Partie äußerst turbulent und ruppig geworden war. «Am Ende war es nur noch eine Klopperei. Und das hatten die Nordiren besser drauf», meinte Matip. «Auch in solch hektischen Situationen müssen wir klaren Kopf behalten und uns nicht anstecken lassen», forderte Eilts zwar, hakte jedoch die letzten 20 Minuten unter «wertvolle Erfahrung» ab.

Dabei war trotz des frühen Kießling-Ausfalls lange Zeit für die DFB-Mannschaft alles nach Plan gelaufen. Aber dann: «Wir sind von unserem Weg abgekommen. Man hat gesehen, welche Unwägbarkeiten es im Fußball gibt, gegen die man einfach nichts machen kann», räumte Trainer Eilts ein. Erst durch einen höchst umstrittenen Handelfmeter, verursacht durch Ersatz-Kapitän Matip, waren die Gastgeber in der 69. Minute wieder ins Spiel zurück gekommen. «Das war auf gar keinen Fall Elfmeter», regte sich Matip auf.

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Zuvor hatten Stuttgarts Roberto Hilbert (13.), Kölns Patrick Helmes (36.) und Trochowski (65.), der von seiner sonst angestammten zentralen Position auf die linke Mittelfeldseite wechselte, die Tore erzielt. Was nach dem Anschlusstreffer folgte, waren anrennende und «wild um sich tretende» (Torwart Michael Rensing) Nordiren, die vor zwei Wochen gegen Rumänien noch sang- und klanglos 0:3 unterlegen gewesen waren, aber auch verunsicherte DFB-Junioren.

Ob die U 21 die neuen Erkenntnisse schon gegen die Rumänen umsetzen kann, muss sich zeigen. «Wir sind schon vorher davon ausgegangen, dass die Partie gegen Rumänien die entscheidende sein würde», meinte Eilts. Die Rumänen gelten im Gegensatz zu den Nordiren als sehr spielstark und technisch versiert. Rensing: «Sie sind ein ganz anderes Kaliber. Wir müssen aufpassen, dass wir uns kein Tor fangen.»

Die Tatsache, dass ein Punkt dem deutschen Team nicht reichen würde - dafür wäre ein Sieg in Nordirland mit mindestes vier erzielten Toren und drei Treffern Unterschied nötig gewesen -, beunruhigt niemanden. Im Gegenteil. «Wir können gar nicht auf Remis spielen», glaubt Trochowski. Und Rensing fügte hinzu: «Wir wissen, dass wir die bessere Mannschaft sind. Wir fahren mit breiter Brust nach Wilhelmshaven.»

(Erschienen: 02.09.2006 16:42)


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