Antenne auf Möbelhaus ist derzeit "kein Thema"
Von unserem Redakteur Bernd Guido Weber
Im letzten Jahr hatten Anlieger eine Interessengemeinschaft gegen die geplante Mobilfunkanlage gegründet. Rund hundert hatten bei einer Informationsveranstaltung im Hause "Regia Pacis" ihre Sorgen artikuliert. Dr. Christine Aschermann, Nervenärztin aus Friesenhofen, hatte damals von einer immer größeren Zahl von Patienten, die ihrer Meinung nach von der elektromagnetischen Belastung krank werden. "Ich habe festgestellt, dass sich die Krankheitsbilder im Umkreis bis zu 800 Meter von einer Mobilfunk-Anlage häufen". Diese Beobachtungen decken sich mit einer Studie von fünf Ärzten in der oberfränkischen Stadt Naila. Innerhalb eines 400-Meter-Radius' um eine Sendeanlage, so die Ärzte, sei das Krebsrisiko ab dem sechsten Antennenbetriebsjahr signifikant gestiegen.
Forderung nach Klarheit
Anfang des Jahres hatte der Sprecher der Interessengemeinschaft, Wolfgang Halder - Diplom-Ingenieur für physikalische Technik - in einem Brief an Karlheinz Vogg Klarheit über die geplante Mobilfunkanlage gefordert. Bei der umstrittenen Mobilfunkanlage in der Marktstraße habe "man versucht, der unliebsamen Diskussion aus dem Weg zu gehen, indem man nach den ersten negativen Schlagzeilen erst einmal Gras über die Sache wachsen und dann die Sendeanlagen in einer Nacht- und Nebelaktion errichten ließ", heißt es in dem Brief. Und weiter: "Wir wollen nicht, das es bei Delta Möbel genauso läuft." Halder weist außerdem darauf hin, dass eventuelle Klagen Geschädigter nicht gegen den Betreiber oder Pächter eines Antennenstandortes geführt werden können, sondern nur gegen den Grundstückseigentümer.
"Ich lasse mich in dieser Sache sicherlich nicht von Drohgebärden beeinflussen", stellt Karlheinz Vogg zum Brief von Wolfgang Halde fest. "Derzeit ruht die Sache, ist kein Thema. Aber ich werde keine definitive Aussage machen, dass es nie kommen wird." In diesem Jahr werde eine Antenne wohl nicht aufgestellt, im nächsten Jahr auch nicht. Vogg versöhnlich: "Wir sollten vernünftig miteinander umgehen."
Ein Dorf macht mobil
Vernünftig miteinander reden wollten auch die Ottmannshofer Mobilfunkgegner, die gestern Abend Oberbürgermeister Elmar Stegmann und Bürgermeister Georg Zimmer im Konferenzsaal des Rathauses Unterschriftenlisten überreichten. 98 Prozent der Ottmannshofer Bürger sprechen sich gegen eine Mobilfunkanlage auf dem Wasserturm aus. Bisher existiere lediglich eine Anfrage des Mobilfunkbetreibers E Plus; nächste Woche sollen ausführliche Unterlagen über die Größe der Anlage folgen. Dann wird im Ortschaftsrat darüber abgestimmt und danach kommt die Angelegenheit vor den Technischen Ausschuss. Die Gegner der Mobilfunkanlage sind vor allem besorgt, weil die die Antenne direkt über dem Wasser errichtet werden soll. Stegmann betonte mehrmals, dass diese Anlage nicht die Idee der Stadt gewesen sei und die Stadt auch kein Interesse an dieser Anlage hat.
(Erschienen: 25.02.2005 00:18)














