Als Tierschützer in der gesamten Welt unterwegs
(TETTNANG/dr)TETTNANG (dr) --Keine Abenteuer, sondern lebenswichtige Hilfe für verwaiste Elefantenbabies in Kenia oder Schildkröten in Costa Rica: Roland Storch berichtete im "Adler" den Freunden und Mitgliedern des Tierschutzvereins Tettnang von seinen Reisen und Aktionen zum Schutz bedrohter Arten in Afrika, Mittel- und Südamerika.
Anlass der ersten Reise nach Afrika war eine Internationale Pressekonferenz 1994 in Nairobi. Damals sollte der Elfenbeinhandel wieder erleichtert werden. Mitglieder des Europäischen Tierhilfswerkes und der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AgA) konnten dies durch die Übergabe von zwei Millionen Unterschriften an den Beauftragten der Vereinten Nationen verhindern.
Daphne Sheldrick leitet die Elefanten- und Nashornaufzuchtstation im Nairobi-Nationalpark. Dorthin werden von den Rangern wenige Wochen oder Monate alte Tierkinder gebracht, deren Mütter von Wilderern getötet wurden. Ohne diese Hilfe würden die Tiere nicht überleben. Oft stirbt ein Junges trotz bester Pflege und medizinischer Versorgung, weil es keinen Lebensmut mehr hat. In der Station werden die kleinen Waisen mit "Zwei-Liter-Schoppen" aufgezogen. Im Alter von etwa 2 Jahren werden die Elefanten in Auswilderungsgruppen im Tsavo-Nationalpark gebracht.
1997 reisten Roland Storch und seine Lebensgefährtin Monika Winstel nach Mittelamerika, um die Asociation ANAI in San José, Costa Rica bei ihrem Kampf um die Erhaltung der weltweit größten Meeresschildkröten - sie erreichen ein Gewicht von bis zu 500 Kilo - zu unterstützen. Diese Lederschildkröten legen ihre Eier am Strand ab und vergraben sie. Da die Eier ein begehrtes Lebensmittel der einheimischen Bevölkerung sind, werden sie ausgegraben und auf den Märkten verkauft. Auch tierische Eierräuber dezimieren den Bestand, so dass diese Art ohne menschliche Hilfe vom Aussterben bedroht ist.
So wurde mitten im Dschungel eine Station gegründet, von der aus bezahlte und ehrenamtliche Helfer während der Brutzeit der Tiere 24 Stunden täglich im Schichtdienst unterwegs sind, die Tiere zu beobachten und die Gelege nachts einzusammeln. Dabei werden die von der Schildkröte gegrabenen Nester am Strand genau vermessen. Nach diesem Vorbild wird dann in der Station ein gleich großes Nest gegraben, in dem die Eier sicher ausgebrütet werden. Sind die jungen Lederschildkröten nach ca. 60 Tagen geschlüpft, versuchen alle so schnell wie möglich das Meer zu erreichen und kommen mit viel Glück erst nach 20 bis 25 Jahren an "ihren" Strand zur Eiablage zurück.
Im April 2000 zog es Roland Storch und Monika Winstel in die Küstenstadt Pisco, im Süden von Peru, wo die Delfinschutz-Organisation ACOREMA arbeitet. Dort wird haupsächlich Aufklärung zum Thema Delfin-Schutz betrieben. 1997 eröffnete ACOREMA ein Meeresinformationszentrum. Noch immer kommenen jährlich allein vor den Küsten Perus bis zu 2 0 000 Delfine ums Leben. Neben Langzeit-verhaltens-Beobachtungen werden regelmäßige Patrouillen durchgeführt, um die Todesursachen von gestrandeten Delfinen zu untersuchen.
Oft verfangen sich die Tiere in den Fischernetzen. Die Fischer schneiden sie aus ihren Netzen heraus und verletzen sie dabei tödlich. Im Kampf gegen diese grausame Methode hat ACOREMA einen schweren Stand, denn die Fischer in den Küstenorten Costa Ricas haben eine starke Lobby. Auch sie kämpfen jeden Tag um die Existenz ihrer Familien. Anhand wunderschöner Tier- und Landschaftsaufnahmen unterstrich Roland Storch auf ganz beeindruckende Art und Weise seine Erlebnisse.
(Erschienen: 11.05.2001 22:42)








