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Jahresertrag liegt unter der Prognose

Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Energietag Sigmaringen erreicht uns ein Leserbrief zum Thema Windenergie. "Leuchtturmprojekt für die Nutzung der Windenergie in Baden-Württemberg" nannte unsere Umweltministerin Tanja Gönner den Windpark Simmersfeld, den größten in Baden-Württemberg, bei der Einweihung vor einem knappen Jahr. Der Calwer Landrat spricht ironisch vom "Rotlichtmilieu".

"Leuchtturmprojekt für die Nutzung der Windenergie in Baden-Württemberg" nannte unsere Umweltministerin Tanja Gönner den Windpark Simmersfeld, den größten in Baden-Württemberg, bei der Einweihung vor einem knappen Jahr. Der Calwer Landrat spricht ironisch vom "Rotlichtmilieu".

Tatsache ist: Das erste Betriebsjahr ist vorbei, und der über den Landtag veröffentlichte Jahresertrag von 49 000 000 Kilowattstunden liegt 30 Prozent unter der Prognose. Bildlich werden von den 20 000 Haushalten 6000 gar nicht versorgt und die restlichen 14 000 allenfalls zeitweise. Dabei hatten wir sogar ein deutlich überdurchschnittliches Windjahr.

Gemeinden, Behörden, die Politik, Kreise, die sich für Natur und Landschaft einsetzen und nicht zuletzt die Geldgeber wurden einmal mehr und geradezu schulmäßig wider besseres Wissen betrogen. Namhafte Windgutachter machen sich unglaubwürdig, denn das Ergebnis spricht dafür, dass die Investoren nach ¤ 10 e des Erneuerbaren Energiengesetzes (EEG) keinen Anspruch auf Einspeisevergütung haben. Die dort geforderten 60 Prozent des anlagenspezifischen Referenzertrages werden im Fünfjahrsschnitt nicht zu erreichen sein.

Wenn wir Stromkunden, die Behörden, die EnBW und die Landesregierung diese gesetzeswidrige Ineffizienz-Misere im Bereich Windkraft weiter akzeptieren, sind wir auch mit höheren Strompreisen und massiven Landschaftsverlusten mit allen Konsequenzen einverstanden.

Vor diesem Hintergrund kann man sich nur wundern, dass derselbe Investor wie in Simmersfeld in der Gemeinde Oberreichenbach im Nordschwarzwald weitere Windkraftanlagen unter deutlich schlechteren Windbedingungen plant. Erklärend mag die seit etwa acht Jahren an die Gemeinde bezahlte Pacht von mehreren tausend Euro sein, die den Gemeinderäten den Mund verbietet.

Noch weit weniger effizient erscheint mir das Ansinnen des Geschäftsführers Thiel-Böhm der Technischen Werke Schussental (TWS), im Kreis Ravensburg oder Biberach einen (Bürger-)Windpark zu errichten, zumal dort nach reichlicher Abwägung des zuständigen Regionalverbandes kein Vorranggebiet ausgewiesen ist. Die Richtigkeit dieser Entscheidung belegen die Ertragsdaten der oberschwäbischen WKA (Illmensee, Mengen, Ummendorf) genauso wie das Leuchtturmprojekt Simmersfeld.

(Erschienen: 17.09.2008 00:06)

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